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GfbV: Kohle- und Uranförderung vernichtet Lebensgrundlagen von Ureinwohnern

GfbVGöttingen (epo.de). – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat gemeinsam mit weiteren 80 Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz zum weltweiten Klima-Aktionstag am 8. Dezember aufgerufen. „Die Ureinwohner gehören weltweit zu den Hauptleidtragenden des Klimawandels. Für sie ist ein konsequenter Kurs beim UN-Verhandlungsprozess in Bali eine existentielle Frage“, sagte Kerstin Veigt vom GfbV-Referat für indigene Völker am Freitag in Göttingen.

Im Rahmen der Klima-Allianz kritisierte die Menschenrechtsorganisation die Planung zahlreicher neuer Kohlekraftwerke durch die Bundesregierung. Denn diese Energiepolitik beeinträchtige indigene Völker. Durch den vermehrten Kohlendioxidausstoß werde nicht nur der Klimawandel weiter vorangetrieben. Die Ureinwohner fürchteten auch, dass auf ihrem Land noch stärker als bisher Kohle gefördert wird – mit allen negativen Folgen.

Auf der Suche nach alternativen Brennstoffen hat zudem ein neuer Boom im Uranbergbau eingesetzt. Dies hat die GfbV anlässlich des Klimaaktionstages und der Klimakonferenz in Bali in einem Hintergrundpapier „Atomkraft ist keine Alternative. Urankreislauf zu Lasten indigener Völker“ dokumentiert. „Die Nutzung von Atomkraft bringt Ureinwohnern Zerstörung und Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen. Denn sie sind unmittelbar von der Förderung des dafür benötigten Urans betroffen“, erklärte Yvonne Bangert vom GfbV-Referat für indigene Völker.

Rund 70% der weltweiten Uranvorkommen befinden sich der GfbV zufolge auf dem Land indigener Völker wie der Indianer und Inuit in Kanada und den USA, der Adivasi in Indien, der Aborigines in Australien und der Tuareg im Niger. Auf ihrem Land werde auch radioaktiver Müll gelagert. Bei den Western Shoshone in Nevada in den USA, bei den Aborigines in Maralinga in Australien und auf dem Moruroa Atoll im Pazifik seien überdies Atomwaffen getestet worden.

Vielfach sind Ureinwohner selbst als Minenarbeiter beschäftigt. Doch die Sicherheitsstandards bei der Förderung, aber auch der Lagerung der beim Abbau anfallenden Rückstände seien katastrophal, so die GfbV. Luft, Erde und Grundwasser würden stark radioaktiv belastet. Viele Arbeiter und Anwohner der Minen erkrankten an Krebs. Kinder kämen missgebildet zur Welt. Im Niger schüre der Uranbergbau den Konflikt zwischen Tuareg und der Zentralregierung. In den USA führe die Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll und Brennelemente seit Jahren zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen den Western Shoshone und dem Staat, denn der für das Depot vorgesehene heilige Berg Yucca Mountain liegt auf ihrem traditionellen Land.

„Dieser fatale Urankreislauf, der schon so viel Leid und Zerstörung über diese Völker gebracht hat, darf einfach nicht wieder beginnen“, forderte Bangert. „Deshalb begrüßen wir die Politik der Bundesregierung, aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen. Auch bei uns dürfen keine neuen Kraftwerke entstehen.“

 www.gfbv.de

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