
Die Forschung in den Geowissenschaften, so die UNESCO, orientiert sich an den Zukunftsfragen der Menschheit. Die Erforschung des Planeten Erde gibt Aufschluss über knapper werdende Rohstoffe und Energieressourcen, ökologische Umschwünge, drohende Klimaveränderungen und die Folgen des weltweiten Bevölkerungswachstums. Geowissenschaftler erstellen Prognosen für die Zukunft des Planeten, entwickeln Frühwarnsysteme und Vorsorgestrategien zum Schutz vor Erdbeben oder Vulkanausbrüchen und suchen nach Lösungen zur Sicherung der Wasservorkommen.
Zehn Themen stehen im Fokus des Internationalen Jahres: Grundwasser, Naturkatastrophen, Erde und Gesundheit, Klima und globaler Wandel, Rohstoffe und Energie, Megastädte, Tiefe Erde, Ozeane, Böden, Erde und Leben. Zu allen zehn Themen stehen auf der Webseite des Internationalen Jahres (http://www.yearofplanetearth.org/) Informationsbroschüren zur Verfügung. Die Öffentlichkeit über die Geowissenschaften zu informieren, ist ein wesentliches Anliegen der Kampagne. Entscheidungsträger sollen überzeugt werden, dieses Wissen für eine nachhaltige Entwicklung effizienter zu nutzen.
Die offizielle Auftaktveranstaltung zum Internationalen Jahr des Planeten Erde findet am 12. Februar 2008 am Sitz der UNESCO in Paris statt. Die zentrale Veranstaltung für Deutschland am 12. und 13. Juni 2008 in Berlin steht unter dem Titel „System Erde – Mensch. Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften“. Im Verlauf des Jahres befassen sich in ganz Deutschland Konferenzen, Ausstellungen und Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit mit allen zehn Themen des UN-Jahres.
So ist zum Beispiel im Deutschen Technikmuseum Berlin die Wanderausstellung „Unruhige Erde – Naturgefahren“ (29. November 2007 bis 2. März 2008) zu sehen. Die Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (Freiberg, 3. bis 6. März 2008) und die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung (Münster, 10. bis 14. März) greifen das Internationale Jahr auf. In Karlsruhe finden im April 2008 ein internationaler Kongress und eine Fachmesse zum Management von Naturkatastrophen statt.
Die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften veranstaltet Fachtagungen zu den Themen „Landschaften lesen lernen“ (April 2008 in Königslutter) und „Grundwasserressourcen – Charakterisierung, Bewirtschaftung, Prognosen“ (Mai 2008 in Göttingen). In Osnabrück findet im Juni 2008 die 3. Internationale UNESCO-Konferenz über Geoparks statt. Über Veranstaltungen zum UN-Jahr informieren die Webseiten der GeoUnion (www.geo-union.de) und des Deutschen Nationalkomitees der IUGS (www.esfs.org/ncgermany.html).
Das Internationale Jahr des Planeten Erde ist eine gemeinsame Initiative der UNESCO und der Internationalen Union der Geologischen Wissenschaften (IUGS). Am 22. Dezember 2005 unterstützten auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen 97 Staaten die Ausrufung des Internationalen Jahres. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. Auf nationaler Ebene wurden in vielen Staaten Nationalkomitees zur Koordinierung des UN-Jahres eingerichtet. Für Deutschland hat die GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung einen nationalen Lenkungsausschuss berufen, in dem auch die Deutsche UNESCO-Kommission vertreten ist.
In Zusammenarbeit mit der GeoUnion betreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Webseite www.planet-erde.de
Das Sekretariat des UN-Jahres, das in Trondheim/Norwegen, angesiedelt ist, informiert über internationale Aktivitäten auf der Internetseite www.yearofplanetearth.org




