Start / Entwicklung / Menschenrechte / ai-Bericht: Im Iran werden noch immer Menschen gesteinigt

ai-Bericht: Im Iran werden noch immer Menschen gesteinigt

aiBerlin (epo.de). – Obwohl der Iran 2002 zugesichert hat, keine Menschen mehr zu steinigen, hat es seitdem mehrfach Hinrichtungen dieser Art gegeben, zuletzt im Juli 2007. Das berichtet die internationale Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) in ihrem neuen Bericht „Iran: End executions by stoning“. Amnesty forderte die iranische Regierung auf, alle noch anstehenden Steinigungen auszusetzen und auf eine Abschaffung der Todesstrafe hinzuarbeiten.

„Die Steine dürfen bei einer Steinigung nicht so groß sein, dass die Person getötet wird, wenn sie von einem oder zwei davon getroffen wird, und auch nicht so klein, dass man sie nicht mehr als Stein ansehen kann.“ So stehe es im iranischen Strafgesetzbuch und so würden Steinigungen auch heute noch vollstreckt, berichtet ai.

„Steinigungen sind besonders grausam“, sagte Ruth Jüttner, ai-Expertin für den Nahen Osten. „Die Absicht ist klar: Der Tod durch Steinigung soll langsam und qualvoll eintreten.“ ai lehnt die Todesstrafe uneingeschränkt ab und verurteilt jede Form der Hinrichtung.

Der Tod durch Steinigung steht im Iran auf eine Tat, die in den meisten Ländern nicht einmal strafbar ist: Ehebruch. Als Beweismittel könnten die „Erkenntnisse“ des Richters ausreichen, so ai. Zudem gelte die Zeugenaussage einer Frau nur, wenn mindestens zwei Männer sie bestätigen. Bei der Steinigung würden Männer bis zur Hüfte und Frauen bis unter die Brust eingegraben. Dann werde unter den Augen von Richter, Zeugen und Schaulustigen die Steinigung vollstreckt.

Die Mehrheit der zum Tod durch Steinigung Verurteilten sind Frauen. „Das liegt daran, dass Frauen in vieler Hinsicht diskriminiert sind“, erklärte Jüttner. Für Frauen sei es schwerer, eine Scheidung zu erreichen. Die Aussage einer Frau vor Gericht gelte nur halb soviel wie die eines Mannes. Angehörige ethnischer Minderheiten verstünden die Gerichtsprache Persisch oft nicht, andere könnten nicht lesen und schreiben. Und vielen Frauen fehle schlicht das Geld für einen Anwalt. Aus diesen Gründen gingen Steinigungen oft ungerechte Gerichtsverhandlungen voraus.

ai forderte die iranische Regierung auf, alle noch anstehenden Steinigungen auszusetzen und die Anwendung der Todesstrafe durch Steinigung sowie die Bestrafung von „einvernehmlichen außerehelichen sexuellen Beziehungen“ auf Gesetzesebene endgültig abzuschaffen. Zudem solle der Iran als Unterzeichnerstaat des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte auf die Abschaffung der Todesstrafe hinarbeiten.

www.amnesty.org
www.amnesty.de

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

GNE Banner

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit News Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Wahlen Weltwirtschaft