
„Frauen im Iran haben kaum eine Chance, für ihre Rechte einzutreten“, erklärte Ruth Jüttner, Nahost-Expertin von ai. „Vor allem seit Beginn der landesweiten Kampagne verschiedener Organisationen für Frauenrechte im August 2006 hat die Regierung die Frauenbewegung im Visier.“
Seit Beginn der Kampagne für Gleichberechtigung haben die iranischen Behörden ai zufolge Dutzende Aktivistinnen und Aktivisten unter vage formulierten Vorwürfen verhaften lassen. Immer wieder löse die Polizei friedliche Demonstrationen gewaltsam auf, bedrohe und behindere Unterstützerinnen und Unterstützer der Frauenbewegung. Seit Januar 2008 blockierten die Behörden die Internetseite der Kampagne mindestens sieben Mal.
„Statt Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtler zu unterdrücken, muss die Regierung endlich rechtliche Verbesserungen für Frauen einführen“, sagte Jüttner. „Frauen im Iran werden nach wie vor wie Bürger zweiter Klasse behandelt.“ Frauen stellten im Iran die Hälfte der Bevölkerung, könnten aber weder Richterinnen werden noch für die Präsidentschaft kandidieren. Bei der Heirat, bei Scheidungen, Erbschaften und beim Sorgerecht hätten sie nicht die gleichen Rechte wie Männer, vor Gericht sei die Aussage einer Frau nur halb so viel wert wie die eines Mannes.
ai fordert die iranische Regierung auf, inhaftierte Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtler sofort freizulassen, die Repression der Frauenbewegung einzustellen und die diskriminierenden Gesetze abzuschaffen.




