
Khaled al-Maqtari, so ai, hat mehr als zweieinhalb Jahre in US-Gefangenschaft verbracht, zuerst in Abu Ghraib im Irak, dann in einem Geheimgefängnis in Afghanistan und schließlich in einem Gefangenenlager an einem unbekanntem Ort. „Die Aussagen von al-Maqtari belegen erneut, dass die USA im sogenannten ‚Krieg gegen den Terror‘ systematisch die Menschenrechte verletzen“, sagte Ferdinand Muggenthaler, USA-Experte der deutschen ai-Sektion. „Verschleppungen, Geheimgefängnisse und Folter verstoßen klar gegen internationales Recht. Die Verantwortung trägt die Regierung Bush.“ Die Aussagen al-Maqtaris stimmten mit den Berichten anderer ehemaliger US-Gefangener überein, die ai dokumentiert hat.
Gegenüber ai beschrieb al-Maqtari, was er nach seiner Festnahme im Januar 2004 in Falludscha (Irak) erlitten hat: In Abu Ghraib, so al-Maqtari, ließen „Amerikaner“ ihn kopfüber von der Decke baumeln, beschallten ihn mit ohrenbetäubender Musik. Sie hetzten Hunde auf ihn und ließen ihn nie länger als einige Minuten bei grellem Licht schlafen. Nackt und nass musste er bei laufender Klimaanlage auf einem Stuhl stehen und einen schweren Gegenstand halten, bis er zusammenbrach.
Nach neun Tagen wurde al-Maqtari in ein geheimes Lager in Afghanistan verlegt. Nach ai-Recherchen brachte ihn ein CIA-Flugzeug von Bagdad zum Khwaja Rawash Flughafen in Kabul. In Afghanistan verbrachte al-Maqtari nach eigenen Angaben drei Monate in Isolationshaft, auch hier wurde er verhört und gefoltert. Im April 2004 überstellten die USA al-Maqtari in ein geheimes Gefängnis ? möglicherweise in Osteuropa. Schließlich schafften US-Agenten al-Maqtari in sein Heimatland Jemen, wo er im Mai 2007 frei kam.
„Die USA müssen die Vorwürfe von al-Maqtari und anderen Gefangenen unabhängig untersuchen lassen. Die unmittelbaren Täter, aber auch die Verantwortlichen für Verschleppung, Misshandlung und Folter in den höheren Rängen müssen vor Gericht gestellt werden“, sagte ai-Experte Muggenthaler. Außerdem fordert ai ein Ende der Verschleppungen und Geheimgefängnisse sowie die Offenlegung der Namen und Aufenthaltsorte aller Personen in US-Gefangenschaft. Die Inhaftierten müssten freigelassen werden oder ein faires Gerichtsverfahren erhalten.




