Liebe Leserinnen und Leser von Entwicklungspolitik Online,
hier eine Übersicht über wichtige Termine in dieser Woche:
In Bonn stellt TransFair am 28. April seinen Jahresbericht vor. Am 28./29.4. tagen in Luxemburg die EU-Außenminister und Entwicklungsminister (www.eu2008.si). In Hamburg ist vom 28.-30.4. ein Europäisch-Afrikanischer Wirtschaftsgipfel im Rahmen von NEPAD geplant (www.europeafricabusinesssummit.org). Die Diskussion „Im Fadenkreuz der Zensur – Pressefreiheit in Zeiten der Globalisierung“ ist am 29.4. im Berliner Haus der Kulturen der Welt (www.hdkw.de) geplant. In München öffnet vom 1.-7.5 das 22. Internationale Dokumentarfilmfestival (www.dokfest-muenchen.de) seine Pforten. Der 3.5. ist der Welttag der Pressefreiheit (www.un.org; www.reporter-ohne-grenzen.de). Und vom 5.-16.5. ist in New York die 16. Sitzung der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (www.un.org/esa/sustdev/csd/aboutCsd.htm) geplant.
Und hier die wichtigsten Themen, über die epo.de bereits berichtete:
MISEREOR: Landreformen im Süden und Konsumabbau im Norden unverzichtbar
Die aktuelle Nahrungsmittelkrise bietet nach Ansicht des bischöflichen Hilfswerks MISEREOR auch die Chance für die Sicherung der Welternährung und damit für eine nachhaltige Armutsbekämpfung. „Die Lösung bei der Hungerbekämpfung liegt in vielen Ländern der Welt in der nachhaltigen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft“, sagte der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, Leiter der für MISEREOR zuständigen Kommission der deutschen Bischofskonferenz. Nur sie ermögliche den Menschen, auf kleinen Flächen und mit nur geringen Investitionen eine krisensichere, umweltverträgliche Produktion von Lebensmitteln.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3783&Itemid=34
Kampagne „Gerechtigkeit für Darfur“ fordert Auslieferung sudanesischer Kriegsverbrecher
In einer neuen Kampagne fordern Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt, unter ihnen die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV), Gerechtigkeit für Darfur. Ein Jahr nach dem Erlass eines Haftbefehls gegen mutmassliche Verantwortliche von Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien diese noch immer auf freiem Fuߟ, kritisiert die Kampagne.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3782&Itemid=84
Sudan: erneut Lkw-Fahrer des WFP in Darfur erschossen
In der sudanesischen Provinz Darfur ist der Fahrer eines Lastwagens erschossen worden, der für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) Nahrungsmittelhilfe transportierte. Dies sei bereits der zweite Mord an einem Fahrer des WFP in Darfur in weniger als einem Monat, erklärte das Berliner Büro des WFP am Freitag.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3781&Itemid=68
Malteser kritisieren überstürzte Einführung neuer Malaria-Medikamente
Der Malteser-Hilfsdienst hat anlässlich des Welt-Malaria-Tages am 25. die „überstürzte und schlecht vorbereitete“ Einführung neuer Malaria-Medikamente in vielen Ländern kritisiert. So habe die Demokratische Republik Kongo verfügt, in Zukunft nur noch die neuen Kombinationstherapien auf der Basis von Artemisinin zu verwenden. Artemisinin ist ein besonders für die Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Stämmen der Malaria tropica geeigneter, pflanzlicher Wirkstoff.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3780&Itemid=31
UNICEF: Jedes Jahr sterben 800.000 afrikanische Kinder an Malaria
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat zu verstärkten Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Tropenkrankheit Malaria aufgerufen. Malaria sei bis heute eine der gefährlichsten Krankheiten für Kinder. So sterben nach Schätzungen von UNICEF allein auf dem afrikanischen Kontinent jedes Jahr 800.000 Kinder unter fünf Jahren an Malaria. Der durch die Anopheles-Mücke übertragene Erreger ist auch Hauptursache für Anämie, Frühgeburten und die hohe Müttersterblichkeit in zahlreichen Ländern.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3779&Itemid=84
Kampf gegen die Malaria muss intensiviert werden
Zum Welt-Malaria-Tag am 25. April erinnert „Roll Back Malaria“, eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation, der Vereinten Nationen und der Weltbank, an die verheerende Wirkung der Malaria in weiten Teilen der Welt. Sie ruft dazu auf, die finanzielle, logistische und wissenschaftliche Unterstützung im Kampf gegen Malaria zu intensivieren. Das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin widmet den größten Teil seiner Arbeit der Malaria-Forschung – von der molekularen Charakterisierung des Erregers bis zu Impfstudien im afrikanischen Regenwald.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3778&Itemid=31
EED: Entwicklungsdienst wächst und wird weiblich
Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat zum ersten Mal in seiner Geschichte mehr als 200 Fachkräfte unter Vertrag. Erstmals gab es mehr weibliche als männliche Fachkräfte. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Statistik der Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste hervor. Sie belegt, dass zum 31.12.2007 insgesamt 1503 Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer bei sechs Diensten unter Vertrag standen – 1002 allein beim staatlichen Deutschen Entwicklungsdienst, 203 beim EED und 198 bei der AGEH, dem katholischen Personaldienst.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3775&Itemid=31
NRO-Appell: Olympiasponsoren VW und Adidas müssen menschenrechtliche Verantwortung zeigen
In einem gemeinsamen Aufruf haben Nichtregierungs-Organisationen den Volkswagen-Konzern und den Sportartikel-Hersteller Adidas aufgefordert, sich stärker für die Menschenrechte in China zu engagieren. Unterstützer sind das Forum Menschenrechte, der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Human Rights Watch, die International Campaign for Tibet, das Asienhaus (Essen), die Christliche Initiative Romero und Reporter ohne Grenzen.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3774&Itemid=84
HelpAge: Zahl der alten Menschen in Entwicklungsländern steigt rapide an
Im Jahr 2050 wird es weltweit mehr Senioren über 60 Jahre als Kinder unter 15 geben. Der weitaus größte Teil der alten Menschen lebe schon heute in Entwicklungsländern, erklärten HelpAge Deutschland und HelpAge International anlässlich einer Anhörung im Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ). Bis Mitte des Jahrhunderts werde sich ihre Zahl dort auf 1,9 Milliarden vervierfachen.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3777&Itemid=31
Erklärender und besorgter Blick auf Pakistan
Das Pakistan-Buch von Jorge Scholz, Pakistan-Spezialist und langjähriger verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift „SÜDASIEN“, ist brandaktuell: Es rollt die Entwicklung Pakistans von der Situation nach der Ermordung Benazir Bhuttos am 27. Dezember 2007 aus von den Anfängen im Unabhängigkeitskampf her auf. Das Buch darf aber auch als summa einer zwanzigjährigen Beschäftigung des Autors mit Pakistan gelten.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3776&Itemid=138
BMZ stockt Mittel für Nahrungsmittel-Nothilfe um weitere zehn Millionen Euro auf
Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat eine weitere Aufstockung der Nahrungsmittel-Nothilfe um zusätzliche zehn Millionen Euro angekündigt. In der Aktuellen Stunde des Bundestages zur weltweiten Ernährungskrise sagte sie am Mittwoch: „Uns muss deutlich sein, welche Auswirkungen steigende Lebensmittelpreise gerade für die Ärmsten der Armen haben: Sie haben so wenig Geld, dass sie höhere Preise einfach nicht bezahlen können. Unsere Reaktion auf die Krise muss schnelle Antworten geben, um akute Hungerkatastrophen zu verhindern.“
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3773&Itemid=31
Faire Nutzung biologischer Vielfalt: VENRO fordert verbindliches Abkommen
Im Vorfeld der UN-Konferenz über Biologische Vielfalt vom 19. bis 30. Mai in Bonn hat der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) das EU-Parlament aufgefordert einer Resolution zuzustimmen, die eine rechtsverbindliche Regelung für den gerechten Zugang zu genetischen Ressourcen verlangt. Vor allem die Interessen indigener Völker müssten gestärkt werden, so der Verband.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3772&Itemid=33
UNCTAD XII: Attac kritisiert Haltung des deutschen Wirtschaftsministeriums
Anlässlich der Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD XII) in Accra (Ghana) hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Weltwirtschaftspolitik der deutschen Regierung kritisiert. „Angesichts der aktuellen Lebensmittelkrisen im Süden ist das Auftreten der Parlamentarischen Staatssekretärin Dagmar Wöhrl in Accra ein Desaster“, so Attac. „Sie missbraucht die UNCTAD schlicht als Forum, um Druck für einen Abschluss der WTO-Runde auszuüben“, sagte Alexis Passadakis vom bundesweiten Attac Koordinierungkreis.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3771&Itemid=34
Simbabwe: Caritas fordert Waffen-Embargo
Caritas international hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, ein sofortiges Waffenembargo über Simbabwe zu verhängen. Mitarbeiter kirchlicher Organisationen in dem afrikanischen Staat hatten zuvor die Sorge geäußert, dass in Simbabwe ohne internationale Intervention ein Blutvergießen drohe, da die Gewaltbereitschaft in den vergangenen Tagen stark gestiegen sei.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3770&Itemid=68
Entwicklungs-Etat: Mehr als 40 Prominente wollen, dass Deutschland zu seinem Wort steht
Mehr als 40 Intellektuelle, Wirtschaftsvertreter, Künstler und Sportler haben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, Deutschlands international gegebene Versprechen an Afrika einzuhalten. Der Appell erscheint als offener Brief am 24. April in zwei großen Tageszeitungen und damit nur wenige Tage vor der Sitzung des Koalitionsausschusses am Montag, auf der auch über das laufende Haushaltsverfahren beraten wird. Er wird zugleich allen Bundestagsabgeordneten und Kabinettsmitgliedern zugestellt.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3769&Itemid=31
200 NRO verurteilen Runden Tisch für verantwortliche Nutzung von Soja als Ettikettenschwindel
Mehr als 200 Nichtregierungs-Organisationen (NRO) in Industrie- wie Entwicklungsländern protestieren gegen eine Konferenz des Runden Tischs für Verantwortliche Soja, die am Mittwoch (23. April) in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beginnt. In einer Erklärung warnen sie, die Soja-Industrie sei „in jeder Beziehung nicht nachhaltig“ und jede Art der Zertifizierung von „nachhaltiger Soja“ sei nichts anderes als Ettikettenschwindel.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3768&Itemid=34
Bundesregierung will Beziehungen zu Ägypten ausbauen
Ungeachtet internationaler Kritik an der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Ägypten will die deutsche Bundesregierung die Beziehungen zu dem nordafrikanischen Land ausbauen. „Ägypten ist ein wichtiger und geschätzter Partner Deutschlands in der von zahlreichen Konflikten geprägten Nahost-Region“, erklärte das Auswärtige Amt anlässlich des Staatsbesuches von Präsident Mohamed Hosni Mubarak am Mittwoch in Berlin.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3767&Itemid=68
FIAN begrüßt Aktionsplan des Entwicklungsministeriums
Die Menschenrechtsorganisation FIAN hat den den von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul vorgelegten Neun-Punkte-Plan gegen den Hunger begrüßt und die Ergänzung um drei Punkte gefordert: „Abkehr von der marktgestützten Landreform, keine Unterstützung für die durch die Bill Gates Stiftung forcierte Grüne Revolution in Afrika, sowie die substantielle Stärkung der Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung durch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO)“.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3766&Itemid=31
WFP befürchtet 100 Millionen neue Hungernde durch hohe Nahrungsmittelpreise
Die hohen Nahrungsmittelpreise drohen mehr als 100 Millionen Menschen auf allen Kontinenten in den Hunger zu treiben. Das befürchtet das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Dieser „stille Tsunami“ sei die größte Herausforderung in der 45-jährigen Geschichte der Organisation, erklärte das WFP am Dienstag in London. In wenigen Tagen müssten die ersten Programme eingestellt werden, da sie auch aufgrund der gestiegenen Preise nicht mehr zu finanzieren seien.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3765&Itemid=34
Regierungsverhandlungen mit Bangladesch: Gemeinsame Sorge um gestiegene Reispreise
Innerhalb eines Jahres sind die Reispreise in Bangladesch nach Medienberichten um 60 bis 80 Prozent gestiegen. Bei den jetzt in Dhaka abgeschlossenen Regierungsverhandlungen zur deutsch-bangladeschischen Entwicklungszusammenarbeit äußerten beide Regierungen ihre große Sorge, dass die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln die bereits erzielten Erfolge bei der Armutsbekämpfung anhaltend gefährden könnten.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3764&Itemid=31
Bericht „Zur Lage der Welt 2008“ analysiert Chancen für ökologischen Umbau der Weltwirtschaft
Eine „grüne“ industrielle Revolution ist nötig, um angesichts von Klimawandel und welterweiter Ressourcenverknappung auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise umzusteigen. Das ist die zentrale Forderung des Berichts „Zur Lage der Welt 2008“ des Washingtoner Worldwatch Institutes, dessen deutsche Ausgabe am Dienstag in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Bericht untersucht den weltweiten Boom bei ökologischen Reformen, Produktions- und Konsumweisen und diskutiert notwendige Innovationen, damit die ökologische Trendwende gelingt. Mitherausgeber der deutschen Ausgabe sind Germanwatch und die Heinrich-Böll-Stiftung.http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3763&Itemid=34
Grüne beantragen Aktuelle Stunde zur Welternährungskrise
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat eine aktuelle Stunde im Deutschen Bundestag beantragt, um „Überfällige Strategien der Bundesregierung zur Lösung der Welternährungskrise“ anzumahnen. Ein sinnvoller Beitrag der Bundesregierung zur Lösung der Welternährungskrise sei gegenwärtig nicht in Sicht, sagte Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen. Die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Heike Hänsel, forderte einen „grundlegenden Wandel in der Entwicklungs- und Handelspolitik“.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3762&Itemid=84
Puma: Kritische Nachfragen auf der Hauptversammlung
Der Sportartikelhersteller Puma muss sich auf seiner Hauptversammlung am 22. April in Nürnberg kritische Fragen gefallen lassen. Puma pflege zwar sein Lifestyle-Image und habe in den letzten drei Jahren Gewinnsteigerungen um 14 Prozent verbucht, doch Beschäftigte in den Zulieferbetrieben könnten trotz Arbeit nicht in Würde Leben, kritisierte die Clean Clothes Campaign. Die Kampagne will auf der Hauptversammlung die Nichtentlastung des Vorstandes beantragen.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3761&Itemid=34
Salesianer helfen beim Wiederaufbau in Liberia und Sierra Leone
Die Salesianer Don Boscos haben in Nigeria, Ghana, Liberia und Sierra Leone Ausbildungsstätten für rund 3.000 Jugendliche geschaffen. In verschiedenen Sozialprojekten werden an die 10.000 Kinder und Jugendliche betreut. Dies berichtete der österreichische Verwaltungsleiter des Ordens für Westafrika, Günter Mayer SDB, bei einem Besuch der Don Bosco Mission in Bonn. Schwerpunkt der westafrikanischen Salesianerprovinz sind die beiden von Bürgerkriegen verwüsteten Länder Liberia und Sierra Leone.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3759&Itemid=68
Globaler Pakt soll die Ernährung sichern – Uneins über Ursachen der Nahrungsmittelkrise
Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat einen globalen Pakt für Ernährungssicherung vorgeschlagen und in einem Neun-Punkte-Programm verstärkte Investitionen in die Landwirtschaft, einen Abbau der Agrarsubventionen in den Industriestaaten und ein Moratorium für die Verwendung von Nahrungsmitteln zur Herstellung von Biokraftstoffen gefordert. Die Bundesregierung, Agrarexperten und Entwicklungspolitiker sind sich indessen uneins, was die Ursachen der aktuellen Nahrungsmittelverknappung und die Strategien zur Bekämpfung der Krise angeht.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3760&Itemid=34
Oxfam-Studie: Freihandelsabkommen mit EU könnten AKP-Staaten neun Milliarden Euro kosten
Die Freihandelsabkommen zwischen der EU und den AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifischer Raum) stellen eine ernste Gefahr für die Entwicklung der armen Länder dar. „Die Kosten werden enorm sein: allein durch Zollsenkungen drohen den afrikanischen Staatshaushalten jährliche Einnahmeausfälle von 227 Millionen Euro“, erklärte Oxfams Handelsexpertin Kerstin Bertow am Montag in Berlin. „Die zusätzlichen Anpassungskosten an die Marktöffnung würden für alle AKP-Staaten zusammen voraussichtlich neun Milliarden Euro betragen.“ Dies geht aus der heute veröffentlichten Oxfam-Studie „Partnership or Power Play“ hervor, welche die bisher vereinbarten Abkommen untersucht.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3758&Itemid=34
Kindernothilfe: Biosprit-Gesetz verschärft Hunger auf den Philippinen
Nach dramatischen Preissteigerungen für Reis auf den Philippinen hat die Kindernothilfe eine Aufhebung des Biosprit-Gesetzes in dem südostasiatischen Land gefordert. Etwa 36 Prozent der Anbaufläche gehörten zwei Prozent der Bevölkerung. Diese Großgrundbesitzer bewirtschafteten den Boden vor allem mit Zuckerrohr und anderen Export-Produkten. Zusätzliche Anreize für Biosprit-Produzenten verschärften die Mangel- und Unterernährung in den ärmsten Bevölkerungsschichten, kritisierte die Organisation.
http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3757&Itemid=34
Welthungerhilfe: Agrarwende muss in den Entwicklungsländern stattfinden
Die Welthungerhilfe hat eine Agrarwende in den Entwicklungsländern gefordert, um den Hunger und die Armut langfristig zu bekämpfen. Statt mit staatlichen Subventionen mehr Nahrungsmittel in Deutschland oder der Europäischen Union zu produzieren, müsse das landwirtschaftliche Potenzial des Südens effizienter genutzt werden, erklärte die Organisation am Montag in Bonn. „Die Lösung liegt nicht darin, dass wir im Norden Überschüsse produzieren und diese dann erneut zu billigen subventionierten Preisen in die Entwicklungsländer schicken“, sagte die Vorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble.
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WWF: Bundesregierung setzt vor dem UN-Umweltgipfel falsche Signale
Einen Monat vor dem Beginn des UN-Gipfel zur Biodiversität in Bonn hat die Umweltstiftung WWF die Bundesregierung aufgefordert, ausreichend Geld für den Schutz der biologischen Vielfalt zur Verfügung zu stellen. Sonst könne das Ziel, den globalen Artenschwund bis 2010 zu stoppen, nicht mehr erreicht werden. In der aktuellen Debatte über den Bundeshaushalt 2009 hatte Finanzminister Steinbrück angekündigt, den Entwicklungshilfe-Etat einzufrieren. Aus diesem Posten werden internationale Umwelt- und Entwicklungsprojekte finanziert, die der weltweiten Armutsbekämpfung dienen.
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Wolfgang Riotte übernimmt Interims-Geschäftsführung bei UNICEF
Der Vorsitzende des Deutschen Komitees für UNICEF, Jürgen Heraeus, hat den früheren nordrhein-westfälischen Staatssekretär Wolfgang Riotte (69) am Montag in Köln als Interims-Geschäftsführer der Hilfsorganisation vorgestellt. Riotte soll bei UNICEF für eine Übergangszeit von einigen Monaten die Geschäftsführung übernehmen und mit dem in der vergangenen Woche neu gewählten Vorstand die schon eingeleiteten Reformen umsetzen. „Gemeinsam können wir jetzt rasch die anstehenden Aufgaben wie die Satzungsreform und die Überarbeitung der Geschäftsabläufe angehen, damit UNICEF wieder so dasteht, wie es diese Organisation verdient hat“, sagte Heraeus in der Kölner Bundesgeschäftsstelle.
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Mit den besten Wünschen für die neue Woche,
Ihre epo Redaktion
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