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Myanmar: Massenexodus aus dem Katastrophengebiet

überflutetes Irrawaddy-Delta in MyanmarYangon/Berlin (epo.de). – In Myanmar fliehen offenbar Hunderttausende Menschen aus dem zerstörten Irrawaddy-Delta auf der Suche nach Nahrung und Unterschlupf in den Norden des Landes. Die Flüchtlinge seien extrem geschwächt und die sanitären Zustände in den behelfsmäßigen Lagern seien Besorgnis erregend, berichtete die Hilfsorganisation World Vision am Sonntag. Die Militärregierung blieb indessen bei ihrer restriktiven Haltung, nur wenigen ausländischen Katastrophenexperten den Zugang zu den Opfern des Zyklons Nargis zu erlauben.

Ein World Vision Team, das im Rahmen einer Bestandsaufnahme 26 Flüchtlingscamps in der Delta-Region besuchte, warnte vor drohenden Krankheiten und Seuchen vor allem bei Kindern. Auf dem Weg nach Norden gebe es für die Flüchtenden kaum Nahrung und Unterkunft, und das Wasser sei durch Salz und Fäkalien von Menschen und Tieren verschmutzt.

In der Region Myaung Mya, rund 50 Kilometer nördlich der zerstörten Stadt Labutta, sind nach Angaben von World Vision Mitarbeitern rund 30.000 Menschen auf der Suche nach Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe. Die Kinder, viele von ihnen Waisen, litten unter Fieber, Durchfall und Atemwegskrankheiten.

Samson Jeyakumar, Programm-Manager bei World Vision, sagte: „In this situation, the most vulnerable people are children under five because they have the highest mortality rates in emergency situations and suffer the effects most quickly.“

World Vision ist dabei, sauberes Wasser in das Irrawaddy-Delta zu schaffen, Brunnen mit Chlor wieder nutzbar zu machen und Wassertanks aufzustellen. In der Hauptstadt Yangon erhielten mittlerweile mehr als 78.000 Menschen sauberes Wasser. Außerdem verteile man Diesel-Kraftstoff, um die Wasserpumpen wieder zum Laufen zu bringen.

World Vision verteilt darüber hinaus steriles Verbandsmaterial, Moskitonetze und Desinfektionsmittel. Es würden jedoch weit mehr Ressourcen benötigt. Die Ausrüstung sei in Lagerhäusern in Dubai und Frankfurt verfügbar und könnte binnen Stunden ins Land gebracht werden, wenn die Militärregierung ihre rigide Politik gegenüber ausländischer Hilfe lockern würde, klagte die Organisation.

www.worldvision.org

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