
Der Bericht zeigt laut ai, wie Geheimdienstmitarbeiter die Suche nach den Verschwundenen aktiv behindern. Im Herbst 2007 plante der Oberste Gerichtshof die Anhörung hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter und kündigte rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen an. Doch im November 2007 verhängte Präsident Musharraf den Ausnahmezustand und entließ die Mehrheit der Richter des pakistanischen Obersten Gerichtshofes. Seitdem liegen die Verschwundenen-Fälle auf Eis. Die im Februar 2008 neu gewählte Regierung war zwar mit dem Versprechen angetreten, die Richter wieder einzusetzen, das sei aber bis heute nicht geschehen, so ai.
Nachdem sie über Jahre keine Auskunft über den Verbleib ihrer Söhne, Ehemänner und Väter erhalten hatten, gründeten Familienangehörige 2006 die Gruppe „Defence of Human Rights“. Diese geht von mindestens 563 Fällen von Verschwundenen aus. Nach der Veröffentlichung eines mehr als 100 Seiten starken Berichts von Amnesty International im September 2006 zu schweren Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem „Krieg gegen den Terror“ hatte Präsident Musharraf bestritten, dass pakistanische Behörden Menschen verschwinden ließen. Wie auch der neue Amnesty-Bericht zeigt, entspricht dies nicht der Wahrheit.Amnesty International forderte die pakistanische Regierung auf, sofort den Aufenthaltsort der Vermissten bekannt zu geben, alle Fälle zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Gefangenen müssten vor ein ordentliches Gericht gestellt oder freigelassen werden.
Amnesty forderte auch, die entlassenen Richter wieder einzusetzen, damit die Untersuchungen der Fälle von Verschwindenlassen wiederaufgenommen werden können. Amnesty rief andere Regierungen, insbesondere die US-Regierung, dazu auf, diese Praxis des Verschwindenlassens weder direkt noch indirekt zu unterstützen. Aussagen entlassener Verschwundener zufolge wurden sie auch von Angehörigen ausländischer Geheimdienste verhört. Bericht: „Denying the Undeniable. Enforced disappearances in Pakistan“
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