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Nordosten Brasilien reagiert mit Verzögerung auf Klimawandel

Berlin (epo). – Die Geo- und Biosphäre Nordostbrasiliens hat auf schnelle Klimaänderungen der letzten Eiszeit mit mit bis zu 2000 Jahren Verzögerung reagiert. Neben den hydrologischen Änderungen habe die regionale Beschaffenheit der Ökosysteme die Anpassungszeiten entscheidend beeinflusst. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Zentrums für Marine Tropenökologie, Bremen, des Forschungszentrums Ozeanränder, Bremen, und des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ), das in der neuen Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Science“ vorgestellt wird.

Mithilfe von Pollenuntersuchungen untersuchten die Wissenschaftler die Vegetationsentwicklung im heute semiariden Nordosten Brasiliens. Eine detaillierte geochemische Analyse des vom Land eingeschwemmten organischen Materials zeigte demnach, dass das Ökosystem auf abrupte Veränderungen des Klimas stark verzögert reagierte.

Die kurzzeitigen Klimaschwankungen während der letzten Kaltzeit und beim Übergang in die heutige Warmzeit gingen der Studie zufolge mit wiederholtem Abschmelzen der Eisschilde einher, was erheblichen Einfluss auf die Zirkulation der Weltmeere hatte. Marine Sedimente vom Kontinenthang Nordostbrasiliens dokumentierten deutlich feuchtere Bedingungen im heutigen Halbwüstenland Nordost-Brasiliens während solcher glazialen Kälteereignisse. Eine Südwärts-Verlagerung der tropischen Regenzone wird hierfür angenommen.

„Da die Tropen von besonders großer Bedeutung für die Klimadynamik unserer Erde sind, ist das Verständnis der Reaktion tropischer Ökosysteme auf abrupte Klimaschwankungen von fundamentaler Bedeutung“, erklärte das Geoforschungszentrum Potsdam.

 GeoForschungsZentrum Potsdam

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