New York/Berlin (epo.de). – Zum Abschluss der UN-Überprüfungskonferenz zu den Millenniums-Entwicklungszielen hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) eine gemischte Bilanz gezogen. „In der Bilanz gibt es Licht und Schatten“, sagte die Ministerin. „Weltweit gibt es enorme Fortschritte in der Armutsbekämpfung, insbesondere in Südostasien. Subsahara-Afrika ist dagegen die Region, die noch am weitesten davon entfernt ist, die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen.“
Dennoch weise Subsahara-Afrika rund 6,8% Wirtschaftswachstum im Jahr 2007 auf, habe die staatlichen Einnahmen seit 2001 auf über 185 Milliarden US-Dollar verdreifacht und zeige zunehmend einen starken politischen Willen, Eigenverantwortung zu übernehmen und die eigene Entwicklung stärker als bisher voranzutreiben, merkte Wieczorek-Zeul an. Erfolge gebe es auch im Gesundheitsbereich: In Ruanda und Kenia sei die Kindersterblichkeit durch Malaria um ca. zwei Drittel gesenkt worden.
Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte zum Abschluss der Konferenz: „Wenn für die Rettung der Banken innerhalb kürzester Zeit über 700 Milliarden US-Dollar mobilisiert werden können, muss es doch auch möglich sein, die Milliardenbeträge zu mobilisieren, die notwendig sind zur Rettung der Welt vor Armut und Hunger. Es ist eine Frage des politischen Willens, Kinder vor dem Hungertod zu bewahren. Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit, unsere Zusagen einzuhalten und der Armut und dem Hunger in dieser Welt ein Ende zu machen. Aber wir sind zu langsam! Bei unserem bisherigen Tempo erreichen wir die Ziele zur Kinder- und Müttersterblichkeit erst 2050. Solange dürfen wir nicht warten, denn solange sterben Kinder und Mütter! Alle drei Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren. Jede Minute stirbt eine Frau an Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt. Das Risiko in einem Entwicklungsland während Schwangerschaft oder Geburt zu sterben, ist 300mal größer als in einem Industrieland.“
Um schneller Fortschritte bei der Bekämpfung der Kinder- und Müttersterblichkeit sowie von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zu machen, haben u.a. der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg, der britische Premierminister Gordon Brown sowie Bill Gates eine Task Force zu Innovativer Finanzierung für die Entwicklung von Gesundheitssystemen gegründet. Dieser Task Force gehört auch Ministerin Wieczorek-Zeul als Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für die Konferenz Financing von Development an. Ziel ist es, zusätzlich benötigte Mittel für Gesundheitssysteme durch innovative Finanzinstrumente zu mobilisieren.
Die nächsten Gelegenheiten, die Unterstützung für die Millenniumsentwicklungsziele zu überprüfen, sind die Konferenz zur Finanzierung von Entwicklung Ende November in Doha und die Überprüfungskonferenz, zu der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für 2010 eingeladen hat. Die Arbeitsgruppe für innovative Finanzinstrumente im Gesundheitssystem will ihren Bericht den G8 im Jahr 2009 vorlegen.
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