
„Durch den Bau des Staudamms sind nicht nur das neu entdeckte, sondern auch vier weitere Indianervölker in ihrer Existenz bedroht. Insgesamt werden 3000 Familien ihre Existenzgrundlage verlieren“, erklärte Anselm Meyer-Antz, Brasilien-Referent bei MISEREOR. „Grundsätzlich versucht das Indianeramt den Wunsch indigener Völker auf ein Leben ohne Kontakt mit den Weißen zu respektieren. Gute Gründe dafür sind reichlich vorhanden. Vor allem die kleinen Völker weisen keinerlei Resistenzen gegen für uns harmlose Krankheiten auf. Beim Kontakt droht ihnen der Tod. Das Auffüllen des Staubeckens nach Abschluss der Arbeiten würde jedoch einen solchen Kontakt erzwingen.“
Auch verschiedene brasilianische Organisationen forderten aus diesem Grund eine Einstellung der Arbeiten, so MISEREOR. Alternative Energiequellen und Einsparpotentiale würden nach Einschätzung von Meyer-Antz derzeit im größten lateinamerikanischen Land noch zu wenig beachtet.
MISEREOR unterstützt seit 1978 zahlreiche Indianervölker im Bundesstaat Rondônia, dessen Hauptstadt Porto Velho ist. Dort leben Völker, deren erster Kontakt mit Weißen keine dreißig Jahre zurück liegt. Für viele war der Kontakt mit der weißen Zivilisation verhängnisvoll. Durch Brandrodungen verloren sie ihre Existenzgrundlage und wurden in die Slums der Städte abgedrängt. MISEREOR unterstützte die indigenen Völker in den vergangenen Jahrzehnten finanziell, damit sie eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen konnten. Auch für die Ausbildung von Indigenen und für die Gesundheitsvorsorge stellte das Hilfswerk Mittel bereit.



