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Kairoer Köstlichkeiten

Ausstellungsplakat
Basel (epo.de) Die Ausstellung „Köstlichkeiten aus Kairo!“ im Antikenmuseum Basel  zeigt bis 3. Mai 2009 die Sammlung des Konditoreibesitzers Achille Groppi (1890 – 1949). Diese enthält neben Antiquitäten aus der ptolemäischen und der Pharaonen-Zeit auch neue Objekte, die inzwischen auch von zeitgeschichtlichem Interesse sind. Die wenigsten der Stücke waren je öffentlich zu sehen. Achille Groppi begann im Alter von 30 Jahren mit sicherem Gespür für Qualität und Schönheit ägyptische Antiken zu erwerben.


1890 eröffnete der Tessiner Patissier und Chocolatier Giacomo Groppi (1863-1947) sein erstes eigenes Geschäft in Alexandria, das später zu einem der führenden Lebensmittel-Unternehmen Ägyptens wurde. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde die Firma 1909 unter dem Namen „Maison Groppi“ in Kairo wiedereröffnet. Die Gründung einer Eisfabrik, der Geschäftszweig des „Caterings“ und die Nähe zum ägyptischen Königshof bescherten dem Unternehmen enorme Gewinne. 1925 schliesslich gründeten Giacomo, der sich inzwischen Jacques nannte, und dessen Sohn Achille Groppi (1890-1949) das berühmte Verkaufs- und Kaffeehaus Groppi am Soliman Pascha Platz (heute Midan Talat Harb) inmitten des nach Pariser Vorbildern errichteten neuen Geschäftszentrums von Kairo. Das Haus und Teile der einstigen Innenausstattung des Geschäftes im Stil des Art Deco sind erhalten geblieben. Die mit bunten Steinmosaiken aus Venedig dekorierte Fassade ist noch heute Anziehungspunkt und auch so manchem Touristen bestens bekannt.

Zu Beginn seiner Sammlertätigkeit interessierte Achille Groppi sich hauptsächlich für Objekte aus Mosaikglas. Sie stammten aus der ptolemäisch-römischen Phase Ägyptens, der Zeit zwischen dem 4. Jh. v. und dem 2. Jh. n. Chr. Obwohl einige bedeutende Stücke unter dem Pseudonym „Per-Neb Collection“ in den 1990er Jahren im Auktionshaus Christie’s in London veräussert worden sind, ist die „Sammlung Groppi“ immer noch eine herausragende Kollektion ägyptischer Kleinkunst, wobei die Mosaikgläser aus der Ptolemäerzeit eine einmalige Stellung besitzen.

Präsentiert werden die Kunstschätze in einer Umgebung, die dem Kaffeehaus nachempfunden ist, ergänzt mit Fotos und einem Dokumentarfilm. Am kommenden Montag, 17. November 2008, bietet das Museum außerdem einen besonderen Vortrag über die Neuentdeckung eines skythischen Fürstengrabes des 3. Jahrhunderts v. Christus. Als Gastreferent kommt Prof. Hermann Parzinger aus Berlin, der die Ausgrabung persönlich durchgeführt hat und zurzeit die bedeutendste Kulturinstitution Deutschlands – die Stiftung Preussischer Kulturbesitz – leitet.

Abbildung: Plakat zur Ausstellung Köstlichkeiten aus Kairo