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VENRO verabschiedet Transparenzkodex

Renate BährBonn (epo.de). – Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) hat auf seiner Mitgliederversammlung einen weitreichenden Verhaltenskodex zu Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle verabschiedet. Der Kodex gibt laut Pressemitteilung vom Donnerstag verbindliche Richtlinien für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen vor. Das zwölfseitige Papier wurde nach neunmonatiger intensiver Debatte mit großer Mehrheit auf der VENRO-Mitgliederversammlung beschlossen. Es enthält Prinzipien der Organisationsführung, der Kommunikation, der Betriebsführung und der Wirkungsbeobachtung. Zudem formuliert er Standards für die Umsetzung. Hierzu gehört etwa die Verpflichtung der VENRO-Mitglieder, den Jahresbericht zu veröffentlichen und Werbe-und Verwaltungsaufgaben getrennt darzustellen.



"Wir werten die Verabschiedung des Verhaltenskodexes als einen großen Erfolg, hinter dem ein breiter und partizipativer Prozess steckt. Der Verband geht aus diesem Prozess gestärkt hervor. Zudem zeigen wir der Öffentlichkeit, dass wir das Thema Transparenz sehr ernst nehmen und deshalb unsere Arbeit immer wieder auf den Prüfstand stellen ", so VENRO-Vorstandsvorsitzende Claudia Warning zum Ergebnis der Mitgliederversammlung am Mittwoch. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll der Kodex von den 117 Mitgliedsorganisationen auf seine Praxistauglichkeit getestet werden. Die einzelnen Erfahrungen werden ausgewertet und in den Kodex eingearbeitet.

Die Welthungerhilfe und die Kindernothilfe begrüßten in einer eigenen Pressemitteilung ausdrücklich den neuen Transparenz-Verhaltenskodex. Die beiden Hilfsorganisationen hatten im April 2008 gemeinsam mit 14 anderen VENRO-Organisationen denen Prozess zu mehr Transparenz, Führung und Kontrolle angestoßen. Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe: "Mehr als 90 Prozent unserer Erträge von jährlich rund 50 Millionen Euro sind private Spenden. Der Kodex hat eine große Bedeutung für uns, weil er das Vertrauen in unsere Branche festigt. Vertrauen ist das Rückgrat jeder Spenden sammelnden Organisation. Aber auch der Verband insgesamt geht gestärkt aus diesem Prozess hervor."

"Derart eindeutige und weitreichende Selbstverpflichtungen sind ein ganz neues Niveau der Transparenz in Deutschland. Die Hilfsorganisationen hatten versprochen, ihre Vorreiterrolle ernst zu nehmen. Jetzt lösen sie dieses Versprechen gegenüber Spendern und Öffentlichkeit ein", betonte auch Christian Osterhaus, Marketingleiter der Welthungerhilfe.

Außerdem wurde auf der VENRO-Mitgliederversammlung wurde Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in den Vorstand gewählt. Die 52-Jährige studierte Mathematikerin und Politologin war bereits 1998 und 1999  bei VENRO als Sprecherin der Gender-AG aktiv. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Öffentlichkeits-und Lobbyarbeit zu Weltbevölkerung und HIV/Aids.

Das verabschiedete Arbeitsprogramm 2009 steht vor allem im Jahr der Wahlen. Hierzu zählen die Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni  und die Bundestagswahlen im September. Weitere Schwerpunkte  sind das Projekt "Afrikas Perspektive – Europas Politik" zur Begleitung der Afrika-EU-Partnerschaft sowie eine internationale NRO-Konferenz vom 27. bis 29. März  anlässlich der Halbzeit der UN-Dekade für nachhaltige Bildung.

Der VENRO-Verhaltenskodex kann unter www.venro.org heruntergeladen werden.

Foto: Renate Bähr ist neues Vorstandsmitglied bei VENRO; Quelle: VENRO

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