Köln/Madrid (epo.de). – Das Food First International Action Network (FIAN) will auf der Welternährungskonferenz am 26. und 27. Januar in Madrid für einen grundlegenden Kurswechsel der internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik eintreten. „Lippenbekenntnisse zum Recht auf Nahrung reichen nicht aus. Ohne eine grundlegende Revision der alten Rezepte wird die Zahl der Hungernden in Kürze eine Milliarde übersteigen“, warnte Flavio Valente, Generalsekretär von FIAN International.
Valente nimmt am 26. Januar in Madrid an einem Runden Tisch mit FAO-Generaldirektor Jacques Diouf, der Direktorin des Welternährungsprogramms (WFP) Josette Sheeran, und dem EU-Entwicklungskommissar Louis Michel teil. Zu dem „High Level Meeting on Food Security for All“ in der spanischen Hauptstadt haben UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der spanische Ministerpräsident Rodriguez Zapatero die Regierungen aus aller Welt eingeladen.
In ihrer Ankündigung erklären sie, dass das Recht auf Nahrung Ausgangspunkt des Gipfeltreffens und der daraus folgenden neuen Strategien sei. Offizielles Ziel ist ein „Fahrplan zur Beseitigung des Hungers und zur Ernährungssicherheit für alle“. Auf Anregung der G8 soll zudem eine „Globale Partnerschaft für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit“ initiiert werden, welche die Maßnahmen zur Hungerbekämpfung koordinieren soll.
„Das Menschenrecht auf Nahrung muss Dreh- und Angelpunkt des internationalen Fahrplans zur Hungerbekämpfung sein“, sagte Flavio Valente. „Die Hungernden sind vor allem Kleinbauernfamilien, LandarbeiterInnen, Indigene und SlumbewohnerInnen, welche in der Handels-, Landwirtschafts-, Sozial- und Entwicklungspolitik systematisch diskriminiert werden. Das Menschenrecht auf Nahrung erlegt den Staaten und internationalen Organisationen klare Verpflichtungen auf, solche Diskriminierungen einzustellen.“
Eine reformierte internationale Ernährungs- und Landwirtschaftsarchitektur müsse vor allem diesen Bevölkerungsgruppen mehr Mitbestimmungs- und Beschwerdemöglichkeiten einräumen, fordert FIAN.
Foto: Reisverarbeitung in Indien (c) BfdW/Jeffrey





