Berlin (epo.de). – Am internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten (12. Februar) haben Jugendliche aus drei deutschen Bundesländern und BAP-Sänger Wolfgang Niedecken Bundespräsident Horst Köhler mehr als 100.000 rote Hände übergeben. Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten erinnerte bei der Übergabe im Schloss Bellevue in Berlin daran, dass weltweit rund 250.000 Minderjährige als Soldaten missbraucht werden. Derzeit sei vor allem die katastrophale Kinderrechtssituation in Sri Lanka alarmierend.
Am „Red Hand Day“ bringen die Farb-Abdrücke in Form einer roten Hand den Protest aus ganz Deutschland zum Ausdruck. Weltweit sind rund 250.000 Kinder als Soldaten in offiziellen Armeen oder paramilitärischen Verbänden zwangsrekrutiert. Sie werden zum Kämpfen und Töten gezwungen, oder sie sind als Boten, Lastenträger und Spione Teil der militärischen Infrastruktur.
„Der Missbrauch von Kindern als Soldaten ist eine dramatische Verletzung der Rechte von Kindern“, sagte Ursula Pattberg, Vorsitzende von terre des hommes, anlässlich der Übergabe der roten Hände an Bundespräsident Horst Köhler. „Als Bündnis von Organisationen, die sich weltweit für Kinder einsetzen, können wir dies niemals hinnehmen. Mit dem Red Hand Day verbindet sich deshalb auch unsere Mahnung an alle politisch Verantwortlichen, Kindersoldaten zu befreien, ihnen Schutz und Fürsorge zu geben und die Täter zu bestrafen.“
Besondere Bedeutung bekommt dieser Appell angesichts der aktuell dramatischen Situation in Sri Lanka. Dort hätten alle Kriegsparteien in den letzten Monaten die Rechte von Kindern und Jugendlichen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß verletzt und Kinder rekrutiert, berichteten die Organisationen. Jede tamilische Familie habe zwei Kinder für den Kampf der LTTE-Rebellen zur Verfügung stellen müssen. Diese Kinder erwarte auch nach dem Bürgerkrieg ein Leben in Angst und Schrecken. Von der Regierungsarmee würden sie als LTTE-Kämpfer in Internierungslager gebracht, wo sie massiven Kinderrechtsverletzungen ausgesetzt seien. Dietmar Roller, Auslandsvorstand der Kindernothilfe: „Ehemalige Kindersoldaten brauchen extrem viel Zuwendung und professionelle Begleitung, um die erlittenen Wunden an Körper und Seele zu verarbeiten. Wir müssen alles daran setzen, dass sie nach einer Traumatisierung nicht erneut zu Gewaltopfern werden.“
Die Übergabe der roten Hände im Schloss Bellevue ist Teil des internationalen Red Hand Days am 12. Februar. In New York übergaben Jugendliche aus allen Kontinenten einen Teil der rund 250.000 Hand-Abdrücke aus 34 Ländern an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon. Unter ihnen ist auch die 19-jährige Schülerin Anna-Maria Anders aus Osnabrück. Die Motivation der Schülerinnen und Schüler in Deutschland für die Aktion Rote Hand war überwältigend, so Günter Haverkamp von der Aktion Weißes Friedensband: „Die Jugendlichen haben die Chance, eine eindeutige Botschaft an die Politik zu richten, begeistert wahrgenommen.“
Zum Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten haben auch die evangelischen Hifsorganisationen Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und der Arbeiter-Samariter-Bund Stellung gegen die Ausbeutung von Kindern als Soldaten Stellung bezogen.



