Frankfurt (epo.de). – Eine Sammelklage von Opfern des südafrikanischen Apartheidregimes ist jetzt von einem Bundesbezirksgericht in New York zugelassen worden. Wie die Frankfurter Hilfsorganisation medico international am Donnerstag berichtete, richtet sich die Klage, die bereits vor sieben Jahren eingereicht wurde, gegen Unternehmen, die das rassistische Apartheidregime trotz UN-Resolutionen gegen Südafrika gestützt haben. Darunter seien auch die deutsche Rheinmetall und der Daimler-Konzern. Im Falle einer Verurteilung könnten die Konzerne die zu Entschädigungen in Millionenhöhe verpflichtet werden.
Die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international unterstützt die Klage und fordert, dass die durch die Apartheid verursachten Schulden im südlichen Afrika gestrichen und die Opfer der Apartheid entschädigt werden.
“Die oftmals kreditfinanzierten Geschäfte versetzten das Apartheidregime in die Lage, die Menschen Südafrikas und der Region weiter zu unterdrücken”, argumentiert medico. “Seit dem Ende der Apartheid 1994 betreiben die Firmen ‘Business as usual’ und wollen ihre unrühmliche Zusammenarbeit mit einem international geächteten Regime vertuschen. Die Schuldenlast gefährdet auch 15 Jahre nach dem Ende des Regimes den demokratischen Wiederaufbau in Südafrika und der gesamten Region”, sagte Anne Jung von medico international.
Auf Initiative des Zusammenschlusses südafrikanischer Nichtregierungsorganisationen SANGOCO, von Kirchen und Gewerkschaften in Südafrika und unterstützt von zahlreichen Organisationen aus den Nachbarländern wurde 1998 die Internationale Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika gegründet. Die Kampagne wird in Deutschland von medico international und der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) getragen.



