Berlin (epo.de). – Im Vorfeld des G20 Gipfels am 2. April in London hatten nichtstaatliche Organisationen und Gewerkschaften grundsätzliche Reformen des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems gefordert. Die Vorträge einer gemeinsamen Fachtagung Ende März in Berlin liegen nun gedruckt vor.
Die Krise auf den globalen Finanzmärkten hat gezeigt, was passiert, wenn die Politik den Forderungen nach Deregulierung nachgibt. Die Leidtragenden sind nicht nur die Menschen in den reichen Volkswirtschaften. Die Weltfinanzkrise hat ebenso massive Auswirkungen auf die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung der armen Länder des Südens.
Im Vorfeld des Londoner G20-Gipfels am 2. April 2009 haben Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften grundsätzliche Reformen im Wirtschafts- und Finanzsystem eingefordert. In Deutschland haben das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, das DGB-Bildungswerk, das Global Policy Forum, terre des hommes und ver.di bei einer gemeinsamen Fachtagung am 26. März 2009 in Berlin über Ursachen und Folgen der Krise informiert und diskutiert, welche institutionellen Reformen und neuen internationalen Regeln und Standards für Unternehmen und Banken notwendig sind, um derartige Krisen zukünftig zu vermeiden.
Die Vorträge der Tagung liegen nun gedruckt vor. Prof. Jörg Huffschmid (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik) analysiert die Ursachen der Krise und die politischen Antworten der Regierungen; Pedro Morazán (Südwind-Institut) verdeutlicht die ökonomischen Auswirkungen der Krise in den Ländern des Südens; Barbara Happe (urgewald) formuliert Anregungen für eine sozial und ökologisch zukunftsfähige Finanzindustrie; Bernd Moritz (Kritische Aktionärinnen und Aktionäre) fordert neue Spielregeln für „systemrelevante“ Unternehmen und Gehaltsobergrenzen für Konzernmanager; Nicola Liebert (Netzwerk Steuergerechtigkeit) zeigt schließlich auf, wie Steueroasen die öffentlichen Haushalte in Industrie- und Entwicklungsländern schädigen und was getan werden muss, um diese Steueroasen trockenzulegen.
Diese Beiträge bleiben auch nach dem G20-Gipfel relevant. Denn was die Staats- und Regierungschefs in London beschlossen haben, reicht bei weitem nicht aus, um die gegenwärtige Krise zu bewältigen – geschweige denn zukünftige Krisen zu verhindern.
Freiwillig in die Krise – reguliert wieder heraus
Die globale Finanzkrise und die Verantwortung von Unternehmen und Banken
Herausgegeben vom CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, DGB-Bildungswerk, Global Policy Forum, terre des hommes und ver.di.
Mai 2009
Die gedruckte Fassung der Dokumentation kann bei den Herausgebern bestellt werden (Schutzgebühr 3,50 Euro zzgl. Versandkosten). Die elektronische Version ist im pdf-Format auf den Websites der Veranstalter kostenlos erhältlich.
www.globalpolicy.eu




