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15 Jahre Nord-Süd-Brücken: Bilanz einer Entwicklung

Logo Nord-Süd-BrückenBerlin (epo.de).- Vor 20 Jahren fiel die Mauer, kurz danach begann die entwicklungspolitische Arbeit in den Neuen Bundesländern, vor 15 Jahren wurde die Stiftung Nord-Süd-Brücken ins Leben gerufen. Nun soll in einer Diskussion – unter anderem mit Erich Stather, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – Bilanz gezogen werden. Denn „vor dem Hintergrund der auch nach 20 Jahren noch deutlich sichtbaren ökonomischen und sozialen Verwerfungen in vielen Teilen der Neuen Bundesländer und beträchtlichen Potenzialen rassistischer Einstellungen und rechter Organisierung stellt sich die Frage, was bewegt und bewirkt diese entwicklungspolitische Arbeit? Hilft sie dabei, Vorurteile in den Köpfen abzubauen oder intolerante Verhaltensweisen zu korrigieren?“ Das sind einige der Fragen, um die es auf der Jahrestagung der Stiftung am 23. Juni im Haus der Demokratie in der Berliner Greifswalder Straße geht.


In der Übergangszeit nach dem Mauerfall bildete sich neben anderen Runden Tischen auch der Entwicklungspolitische Runde Tisch. Ein ganz praktisches Ergebnis der Diskussionen am ERT war schließlich die Gründung der Stiftung Nord-Süd-Brücken 1994, ausgestattet mit einem Teil des Vermögens des ehemaligen DDR-Solidaritätskomitees. Zwischen 1994 und 2008 hat die Stiftung 1.750 Auslandsprojekte und Vorhaben der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von knapp 300 verschiedenen Vereinen mit rund 11 Mio. Euro gefördert. Waren es zu Beginn vor allem noch Solidaritäts- und Entwicklungsprojekte in Afrika,Asien und Lateinamerika, so geht die Förderung heute mehrheitlich in Projekte der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit, in Nord-Süd-Begegnungsprogramme, in Kampagnen- und politische Öffentlichkeitsarbeit sowie in die Stärkung des Fairen Handels.

„Erweitern Begegnungsprogramme tatsächlich das Bewusstsein und erreicht man mit diesen überhaupt jene, deren Einstellungen verunsichert werden müssten? Wie antirassistisch ist diese Bildungsarbeit und welche Potenziale bringen MigrantInnen hier ein? Führt die Wissens- und Problemvermittlung zu globalen Fragen und Aspekten der Armutsbekämpfung tatsächlich irgendwann zur Handlungsorientierung und zur Persönlichkeitsstärkung von jungen Menschen?“ Fragen, auf die bei der Berliner Diskussion eine Antwort gefunden werden soll.

Die entwicklungspolitisch aktiven und engagierten Gruppen und Vereine müssen sich jedoch nicht nur mit diesen inhaltlichen Problemstellungen auseinandersetzen. Vielmehr sind auch 20 Jahre nach der Vereinigung die entwicklungspolitischen Ressourcen in Deutschland ungleich verteilt. Anders als im Westen gibt es in den Neuen Bundesländern kaum bezahlte Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Auch sind nach 1989 „keine nennenswerten entwicklungspolitischen Infrastrukturen in den Neuen Ländern entstanden. Staatliche EZ-Organisationen und große nicht-staatliche Werke setzen in den Neuen Bundesländern keine sichtbaren Akzente. Und auch in der entwicklungspolitischen Kommunikation und Publizistik tauchen ostdeutsche Akteure und Beiträge höchst selten auf. Im Angesicht dieser Defizite sind es vor allem die ostdeutschen Nichtregierungsorganisationen (NRO), die den entwicklungspolitischen Auftrag in den Neuen Bundesländern umsetzen.“ In der Veranstaltung soll es auch darum gehen, wie diese  hierbei gestärkt werden können.

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