
„Sicher haben die G20-Staaten ihre Rettungs-und Konjunkturprogramme für die New Yorker Konferenz schon geschnürt. Wir befürchten nur, dass die Armen in den Entwicklungsländern wiedermal eine untergeordnete Rolle spielen – und das, obwohl sie von der Finanz-und Wirtschaftskrise am härtesten getroffen sind“, erklärte die VENRO-Vorstandsvorsitzende Claudia Warning. „Wenn die G20- Staaten die armen Länder wieder außen vor lassen, dann wird die Konferenz scheitern.“
VENRO verweist auf den jüngsten Bericht mehrerer UN-Organisationen, dem zufolge mehr als eine Milliarde Menschen täglich hungern. Die Welthungerhilfe spricht von einem drohenden „Hungerjahrhundert“. Damit rücke die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele, etwa die Halbierung von absoluter Armut und Hunger bis zum Jahr 2015, in weite Ferne. „Die G20-Staaten stehen in der Pflicht, ihre Versprechen umgehend zu realisieren. Dies erfordert auch verbindliche Zeit- und Aktionspläne sowie ein transparentes und partizipatives Handeln der internationalen Finanzinstitutionen“, sagte Warning.
Der Verband fordert zudem neue Entschuldungsmaßnahmen für die betroffenen Länder sowie ein internationales Insolvenzverfahren für überschuldete Staaten. Der verbreiteten Steuer- und Kapitalflucht aus Entwicklungsländern müsse durch die Trockenlegung von Steueroasen umnd durch bessere internationale Information und Koordination entgegengewirkt werden. Mittelfristig sei eine internationale Steuerorganisation unter dem Dach der UN notwendig. Deren Einrichtung wäre „ein deutliches Signal der UN-Konferenz“, so VENRO.
„Es ist eine Reform der UN erforderlich, die allen 192-Staaten ein gleichberechtigtes Mitspracherecht einräumt“, betonte Warning. „Nur so kann die Krise wirklich überwunden werden. Deshalb unterstütze VENRO auch die Einrichtung eines UN-Rats für wirtschaftliche und soziale Fragen und die Verabschiedung einer UN-Charta für nachhaltiges Wirtschaften. Dem Verband gehören rund 120 deutsche NRO an.
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