München (epo.de). – Handicap International ist erschüttert über den Doppelmord an Sarema Sadulajewa und Alek Dschabrailow. Die Leiterin der tschetschenischen Nicht-Regierungs-Organisation „Save the Generation“ und ihr Mann und Mitarbeiter waren am 11. August in Grosny (Tschetschenien) erschossen aufgefunden worden. Seit 2002 hatte Handicap International mehrmals mit „Save the Generation“ zusammengearbeitet und die Bemühungen der Organisation zugunsten behinderter und verletzter Menschen unterstützt.
Das Paar war am 10. August zuvor von einer Gruppe bewaffneter Männer, die sich als Polizeioffiziere ausgaben, aus dem Büro der Organisation verschleppt worden. Sadulajewa und Dschabrailow hatten sich für Behinderte eingesetzt. Bei den Kriegen in Tschetschenien wurden innerhalb zehn Jahren mindestens 3.800 Menschen verstümmelt – darunter fast 1.000 Kinder.
„Während der Zusammenarbeit hat Handicap International die bewundernswerte Arbeit Saremas für die tschetschenischen Kinder und für die zahlreichen Opfer von Landminen kennen und schätzen gelernt“, erklärte Handicap am Donnerstag in München. „Unsere Organisation würdigt entschieden Saremas rückhaltlosen Einsatz und ihre lebenswichtige Arbeit im sozialen und humanitären Bereich an der Spitze ihrer Organisation.
Die Tat zeige, wie es um die Lage der Menschenrechte in Tschetschenien bestellt ist, erklärte Handicap International. Auch gegen Journalisten und Mitglieder lokaler Organisationen seien ähnliche Verbrechen verübt worden. Viele seien bis heute nicht aufgeklärt. Neben Angst und Unsicherheit mache es besonders die fehlende Strafverfolgung nichtstaatlichen Organisationen schwer, ihre Arbeit fortzuführen. Handicap forderte eine restlose Aufklärung des Todes von Sarema Sadulajewa und Alek Dschabrailow.




