
„Weltweit werden die Rechte alter Menschen auf breiter Front missachtet“, erklärte der Geschäftsführer von HelpAge Deutschland, Michael Bünte, am Donnerstag in Osnabrück. Zum internationalen Altentag rufen HelpAge und Partner in mehr als 40 Ländern dazu auf, eine UN-Konvention für ältere Menschen zu beschließen und einen Sonderberichterstatter bei den Vereinten Nationen einzusetzen.
Die Organisation weist darauf hin, dass die Diskriminierung alter Menschen vielfältige Formen annimmt. So würden alte Menschen nicht beim Kampf gegen HIV/Aids einbezogen. Weil sie oft keine Ausweispapiere besitzen, würden sie in vielen Ländern von sozialen Leistungen ausgeschlossen. Alten Frauen werde von ihren Familienangehörigen oftmals nach dem Tod des Ehemannes das Erbe streitig gemacht. Aber auch direkte Gewalt sei keine Seltenheit. So sei in Kenia in den vergangenen Jahren eine erschreckende Zahl von Frauen, vor allem Witwen, unter dem Vorwurf der Hexerei ermordet worden.

Bünte weist darauf hin, dass es „innerhalb von 10 Jahren weltweit mehr alte Menschen über 65 Jahre als Kinder unter 5 Jahren geben wird“. Angesichts dieser demografischen Entwicklungen müsse die Politik endlich vorausschauende Konzepte entwickeln. Nicht einmal 20 Prozent der alten Menschen in den Entwicklungsländern hätten ein regelmäßiges Einkommen. „Alter ist gleichbedeutend mit Armut“, so Bünte.
Soziale Basisrenten könnten nach Auffassung von HelpAge ein zentrales Element sein, um im Rahmen der international vereinbarten Millenniums-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 eine Verringerung der Armut um 50 Prozent zu erreichen. HelpAge Deutschland fordert deshalb von der Bundesregierung, sich in diesem Zusammenhang stärker für die Senioren in den Entwicklungsländern einzusetzen.




