
In dem Bericht mit dem Titel „Dying for Action“ appellieren die NGOs, die die „Control arms“-Kampagne unterstützen, an die Vereinten Nationen, so schnell wie möglich formale Verhandlungen für ein Waffenkontrollabkommen zu vereinbaren, die im Jahr 2010 beginnen und spätestens 2012 abgeschlossen sein sollten. In jeder Minute werde statistisch gesehen mehr als ein Mensch durch konventionelle Waffen getötet.
80 Prozent aller Regierungen wollten ein Abkommen über die Kontrolle des Waffenhandels, sagte Oxfam International-Exekutivdirektor Jeremy Hobbs. „Wir können einigen wenigen Kompromisslosen nicht erlauben, für immer den Fuß auf der Bremse zu haben.“
Unter den 2,1 Millionen Toten seit 2006 – dem Jahr, in dem eine Mehrheit von Staaten sich grundsätzlich für eine Kontrolle des Waffenhandels aussprach – sind dem Bericht zufolge mehr als 700.000, die in bewaffneten Konflikten in Afghanistan, Somalia, Sudan, Sri Lanka und anderen Ländern starben. Der Bericht führt jedoch auch Opfer an, die in bewaffneten Auseinandersetzungen ohne politischen Hintergrund getötet wurden.

Einigen Regierungen fehle der politische Wille, den Waffenhandel soweit möglich zu unterbinden, heißt es in dem Bericht. Ein robuster Vertrag, der Waffenexporte strikten Kriterien unterwerfe, könne verhindern, dass Warlords sich ständig mit neuem Nachschub an Waffen und Munition versorgen könnten.
Vor allem die US-Regierung unter George W. Bush hatte sich gegen einen Vertrag zur Kontrolle des Waffenhandels ausgesprochen. Die USA bestritten im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der globalen Waffenexporte, die sich auf 55,2 Milliarden US-Dollar summierten. Aber auch Waffenexportländer wie China, Russland und Israel gelten als Gegner einer strikteren Kontrolle des Waffenhandels.




