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Besorgnis über anhaltende Gewalt gegen Frauen

mutter_kind_unicef_sudan_200Berlin (epo.de). – Anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November haben Politiker und zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für die Bestrafung von Vergewaltigungen in Kriegs- und Krisengebieten einzusetzen. Nach UN-Schätzungen wurden allein in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2008 rund 100.000 Frauen Opfer brutaler Vergewaltigungen. Entwicklungsminister Dirk Niebel wandte sich besonders gegen die Praxis der Genitalverstümmelung.

„Wo Soldaten und Milizen – wie im Ostkongo – ungestraft vergewaltigen können, sind Frauen weiterhin schlimmsten Angriffen ausgesetzt“, erklärte die Geschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation medica mondiale, Monika Hauser. „Die Straflosigkeit ist eines der größten Übel, das jedem Vergewaltiger das deutliche Signal gibt, dass seine Taten offenbar kein schwerwiegendes Verbrechen darstellen.“ Auch hinsichtlich der Prävention und der Reintegration vergewaltigter Frauen in die Gesellschaft bleibe viel zu tun.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnte, die Gewalt gegen Frauen untergrabe bereits erzielte Entwicklungsfortschritte, erzeuge Instabilität und erschwere die Bemühungen erheblich, Frieden zu schaffen. „Wir müssen Gewalt gegen Frauen ahnden und konkrete Schritte gegen die Straflosigkeit von Tätern unternehmen. Wir müssen Überlebenden Gehör schenken und sie unterstützen“, sagte Ban.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Kerstin Müller, forderte die Bundesregierung auf, sich aktiver für den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt und Unterdrückung einzusetzen. Insbesondere müsse sie für ein Ende sexualisierter Gewalt in Konflikten wie im Ostkongo oder in Darfur eintreten. „Hier setzen die Konfliktparteien Vergewaltigung als perfide Kriegsstrategie ein und machen ein friedliches Zusammenleben unmöglich“, sagte Müller. „Besonders im Ostkongo muss die Bundesregierung ihren Friedensfonds für die medizinische, psychische und juristische Betreuung der Opfer gezielt öffnen. Sie muss dafür sorgen, dass die Gelder auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Sie muss sich aber auch durch intensivere Schulungen der kongolesischen Sicherheitskräfte für den Schutz der Frauen und Mädchen engagieren.“

GEGEN GENITALVERSTÜMMELUNG VORGEHEN

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) wies besonders auf die Praxis der Genitalverstümmelung hin, die jährlich rund drei Millionen Mädchen und Frauen weltweit dauerhafte emotionale und körperliche Schäden verursache. „Körperliche Unversehrtheit und die Würde des Menschen sind Menschenrechte“, sagte Niebel. „Weibliche Genitalverstümmelung verletzt die Menschenrechte von Mädchen und Frauen, allen voran das Recht auf Sicherheit und persönliche Freiheit, auf Leben, körperliche Unversehrtheit und Gesundheit. Bei Menschenrechtsverletzungen muss gelten: Keinerlei Toleranz!“

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit etwa 140 Millionen Frauen unter den Folgen von Genitalverstümmlung. Weibliche Genitalverstümmelung ist in 28 afrikanischen Ländern, aber auch in einigen arabischen und asiatischen Ländern kulturell tief verwurzelt. Niebel erklärte, das Entwicklungsministerium unterstütze beispielsweise lokale Akteure in west- und ostafrikanischen Ländern, dieses Ritual zu überwinden. Erste Erfolge seien bereits erzielt worden. In vielen Ländern stehe weibliche Genitalverstümmelung mittlerweile unter Strafe.

ALTE FRAUEN OFT ÜBERSEHEN

Der Geschäftsführer von HelpAge Deutschland, Michael Bünte, verwies aus Anlass des 1999 von den Vereinten Nationen beschlossenen Welttages für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen darauf hin, ältere Frauen würden als Gewaltopfer häufig übersehen.

„HelpAge wird in seiner Arbeit immer wieder damit konfrontiert, dass alte Frauen ein bevorzugtes Opfer von Gewalt sind“, sagte Bünte. Traditionelles Recht schließe sie in vielen Ländern von ihrem Erbe aus, wenn der Ehemann stirbt und stürze sie damit in größte Armut. In Indien komme es in den Städten immer häufiger zur Vernachlässigung und Verwahrlosung alter Menschen, die als Folge der Auflösung der Großfamilien aus den eigenen vier Wänden vertrieben würden. Eine Untersuchung der südafrikanischen Regierung habe ergeben, dass ein Drittel der alten Menschen missbraucht wurde, oft von ihren eigenen Familienangehörigen.

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