Cartagena/Berlin (epo.de). – Zum Auftakt der Anti-Minen-Konferenz in Cartagena (Kolumbien) haben die beiden kirchlichen Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international dazu aufgerufen, den Gebrauch von Minen sofort zu beenden. Vertreter der beiden Organisationen nehmen an der bis 4. Dezember dauernden Konferenz teil. Sie fordern, die 1997 von 156 Staaten unterzeichnete Konvention von Ottawa, die den Einsatz, die Weiterverbreitung, Lagerung und Produktion von Anti-Personen-Minen verbietet, strikt einzuhalten.
Caritas und Diakonie kritisierten, dass die USA, Russland und China die Konvention bislang nicht unterzeichnet haben. Alle Konfliktparteien, seien es staatliche oder nicht-staatliche, insbesondere in Kolumbien, seien dazu aufgerufen, keine neuen Minen zu verlegen und die Entminung bereits verminter Gegenden zu unterstützen. Dadurch solle die Nutzung öffentlicher Wege und Einrichtungen wie Gesundheitszentren, Schulen oder Kliniken sowie die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen gewährleistet werden.
Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international unterstützen in der Region Cauca in Kolumbien Minenopfer und betreiben Aufklärungsarbeit. Nach Angaben der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, Tierra de Paz, werden in Kolumbien mehr Minen gelegt als entschärft und beseitigt. Nach Afghanistan gilt Kolumbien als das Land mit den meisten Minen. Weltweit wurden 2008 etwa 5.200 Unfälle mit Minen, nicht explodierter Munition und anderen Sprengkörpern registriert, knapp 800 davon allein in Kolumbien.
Die Hilfswerke der beiden großen Kirchen in Deutschland begrüßten es vor diesem Hintergrund, dass die zweite Überprüfungskonferenz der Ottawa-Konvention zur Ächtung von Landminen in Kolumbien stattfindet. Das Land ist der Konvention 2001 beigetreten. Angesichts der vielen Minen im Land ist für Tierra de Paz ein besserer Selbstschutz der Bevölkerung vordringlich. Die Region Cauca ist der Kriegsschauplatz, wo sich Armee und Guerilla bekämpfen. Seit 2006 haben die Diakonie Katastrophenhilfe und Tierra de Paz im Cauca tausende Kinder und Jugendliche aufgeklärt und hunderte Lehrende im Thema Minenrisiko ausgebildet.
Die kirchlichen Organisationen kritisierten, dass der Ende 2008 verabschiedete nationale Aktionsplan von 2009 bis 2019 gegen Minen in Kolumbien in seiner Umsetzung noch erhebliche Defizite aufweise. Die Aufklärung der Bevölkerung und die Fürsorge für die Opfer seien mangelhaft. Die Hilfswerke fordern die Einhaltung internationaler Standards im Sinne des humanitären Minenräumens.
www.diakonie-katastrophenhilfe.de
www.caritas-international.de




