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Marokko: UN-Konvention nützt Menschen mit Behinderung

behinderte_marokko_handicapMünchen (epo.de). – Drei Jahre nach der Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung hat die Hilfsorganisation Handicap International die Auswirkungen der Konvention am Beispiel Marokkos untersucht. Die Analyse zeigt, dass die Konvention durch die Beteiligung einer Vielzahl nationaler Organisationen mit Leben erfüllt werden konnte.

Marokko hat die Konvention nach Angaben von Handicap International am 30. März 2007 unterzeichnet und am 8. April 2009 ratifiziert. Das marokkanische Beispiel zeige, dass die UN-Konvention „sowohl Ergebnis einer Mentalitätsveränderung als auch einer politischen Entwicklung ist, die durch die Mobilisierung der nationalen Organisationen erst möglich gemacht wurden“, stellte Handicap fest.

„Wenn die Konvention in Marokko verwurzelt ist, dann weil es einen Nährboden von Organisationen gibt“, betonte Mohammed El Khadiri, Präsident der marokkanischen Organisation für Menschen mit Behinderung „Amicale marocaine des handicapés“ und Mitglied des Beratungsausschusses für Menschenrechte. „Ohne die Teilnahme dieser Organisationen am Alltagsleben der Menschen mit Behinderung bliebe die Konvention nur leere Buchstaben auf dem Papier, und das Thema Behinderung wäre den Familien allein überlassen.“

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Laut Handicap International arbeiten mehr als 600 marokkanische Organisationen für und mit Menschen mit Behinderung. Handicap ist seit 16 Jahren in Marokko im Einsatz und Partner von etwa 80 dieser Organisationen. Um die Situation der Menschen mit Behinderung zu verbessern, führen die Organisationen eine langwierige Arbeit durch, die heute von den Vorschriften der UN-Konvention begleitet wird. Vor allem dank ihnen, so Handicap International, konnten die Fragen und Probleme in Zusammenhang mit Behinderung aus den privaten und religiösen Bereichen in die Öffentlichkeit heraustreten.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde am 13. Dezember 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen. Sie trat am 3. Mai 2008 in Kraft. Bis heute haben 143 Länder den Vertrag unterzeichnet und 74 von ihnen bereits ratifiziert, also auch die Umsetzung auf nationaler Ebene begonnen.

Der Vertrag ist aus der Sicht von Handicap ein historischer Durchbruch: Zum ersten Mal werden die Rechte von Menschen mit Behinderung so stark berücksichtigt. Die Konvention schafft keine speziellen Rechte für Menschen mit Behinderung, sondern spricht ihnen die gleichen Rechte wie allen anderen Menschen zu. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich auch dazu, das Thema Behinderung in ihrer Entwicklungspolitik zu berücksichtigen.

Foto: Die kleine Samia im Projekt C.L.I.O. in Salé, Marokko. Der Projektpartner von Handicap International vermittelt dem lernbegierigen Mädchen Prothesen und einen Zugang zu Schulbildung. © Handicap International/Sebastian Mantei

www.handicap-international.de

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