
Mit einem großen Berg alter Schuhe erinnerten Amnesty und GfbV an die zwei Millionen Opfer der Kriege zwischen Nord- und Südsudan in den vergangenen 55 Jahren. Anlässlich des fünften Jahrestages des Friedensabkommens zwischen Nord- und Südsudan am 9. Januar machte ein breites Bündnis von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen nicht nur in Berlin, sondern in 14 Staaten auf vier Kontinenten mit symbolischen Aktionen auf die Kriegsgefahr im Südsudan aufmerksam.
„Wir trommeln in Berlin auf Ölfässern, um symbolisch darauf hinzuweisen, dass das Ringen um die Kontrolle über die reichen Ölfelder im Sudan dort regelmäßig Konflikte anheizt“, erklärten AI und die GfbV. Seit Anfang 2009 sei die Gewalt im Südsudan erneut eskaliert. Konflikte zwischen ethnischen Gruppen und Kämpfe im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südsudan hätten bisher 2.500 Tote gefordert. Mehr als 50.000 Menschen hätten vor den Auseinandersetzungen fliehen müssen.
Am 9. Januar 2005 hatten die sudanesische Regierung und die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA/SPLM) ein umfassendes Friedensabkommen unterzeichnet. Neben einer Demokratisierung des Nordsudan sieht es eine Autonomie für den Südsudan und eine Volksabstimmung über die Zukunft des Südsudan im Januar 2011 vor. Doch aufgrund der eskalierenden Gewalt wird es immer ungewisser, ob die Volksabstimmung sowie die für den April 2010 geplanten Parlamentswahlen im Sudan tatsächlich stattfinden können. Auch zahlreiche andere Bestimmungen des Friedensabkommens wurden bisher noch nicht umgesetzt.




