
Die Menschenrechtsorganisation bezeichnete die Erklärung eines Sprechers des ägyptischen Innenministeriums, der Überfall könne eine Reaktion von Muslimen auf eine angebliche Vergewaltigung eines muslimischen Mädchens durch einen Kopten gewesen sein, als „offene Hetze gegen Christen“. Auch Vertreter der koptischen Kirche wiesen diese Behauptung zurück.
Sechs Kopten und ein muslimischer Wachmann waren nach einer Mitternachtsmesse zum koptischen Weihnachtsfest in der Nacht zum Donnerstag von Unbekannten aus einem Auto heraus erschossen worden. Der Überfall ereignete sich vor der Kirche der Ortschaft Nag Hammadi in der Provinz Kena, 650 Kilometer südlich von Kairo. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt.
Die GfbV dokumentiert seit einigen Jahren Angriffe auf koptische Christen in Ägypten. Sie stellen mit acht bis zehn Millionen Menschen rund acht Prozent der etwa 79 Millionen ägyptischen Staatsbürger. In ihrer Mehrheit sind die Christen Kopten, vor allem orientalisch Orthodoxe. Es gibt aber auch einige koptische Katholiken. Die griechisch-orthodoxen, griechisch-katholischen und protestantisch-arabischen Christen bilden jeweils nur kleine Gemeinschaften. Die Kopten stellen vier von 440 Abgeordneten im ägyptischen Parlament.




