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Gemeinderat in Kolumbien bedroht

arregoces_yoe_100Köln (epo.de). – Die Menschenrechts-Organisation FIAN und das katholische Hilfswerk Misereor sind sehr besorgt über die Sicherheit des kolumbianischen Gemeinderates Yoe Arregoces. Dieser hatte im Oktober bei mehreren Veranstaltungen in Deutschland über die negativen Auswirkungen des Kohleabbaus durch das Unternehmen CERREJON in Kolumbien berichtet. Jetzt erhielt er Morddrohungen.

FIAN und Misereor hatten bei den Veranstaltungen auch auf die Zusammenhänge zwischen den Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien und den massiven deutschen Steinkohleimporten aus der CERREJON-Mine im kolumbianischen Department La Guajira aufmerksam gemacht. Am 2., 3. und 8. Januar 2010 erhielt Yoe Arregoces laut FIAN und Misereor Anrufe auf seinem Mobiltelefon, in denen ihm mitgeteilt wurde, „dass er sterben werde, weil er so dumm und uneinsichtig sei“. Außerdem wurde ihm nahe gelegt, „bei seinem Tun an seine Kinder und seine Mutter zu denken.“

Wenige Tage zuvor, am 29. Dezember, hatte sich Arregoces gemeinsam mit drei anderen Gemeinderäten mit Vertretern der Kommunalverwaltung und des Cerrejon-Unternehmens getroffen, um über die Umsiedlung seiner Gemeinde Roche für die Erweiterung des Kohletagebaus zu sprechen. Bei diesem Treffen kritisierte er die Vorgehensweise des Unternehmens stark. Aus seiner Sicht setzt das Unternehmen die Umsiedlungspläne um, ohne die Einwände der Gemeindemitglieder zu berücksichtigen. Yoe Arregoces hat als Vorsitzender des Gemeinderats bei solchen Treffen eine Schlüsselfunktion.

Obwohl Arregoces Anzeige erstattete, gibt es keine konkreten Hinweise auf ernsthafte Ermittlungen, geschweige denn Ermittlungsergebnisse, so Misereor und FIAN. „Die sozialen Bewegungen in Kolumbien stehen unter einem enormen Druck. Vergleichbare Drohungen sind in Kolumbien schon sehr oft in die Tat umgesetzt worden. Aus diesem Grund fordern wir die kolumbianischen Behörden dringend auf, konkrete Maßnahmen zum Schutz von Yoe Arregoces und zur Ermittlung der Täter zu ergreifen“, sagte Susanne Breuer, Kolumbienreferentin bei Misereor.

Während die Gemeinden im Umfeld der Mine unter der starken Verschmutzung von Luft und Wasser leiden und die Umsiedlung der Gemeinden nur sehr schleppend voran geht, exportiert das Unternehmen nach eigenen Angaben über 40 Prozent der geförderten Kohle nach Europa – einen Großteil davon nach Deutschland. „Beim Import von Rohstoffen spielen Menschenrechtsstandards praktisch keine Rolle und das, obwohl die Menschen in den Abbaugebieten oft genug ihr Leben aufs Spiel setzen, wenn sie den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen einfordern. Die Bundesregierung ist verpflichtet, die Menschenrechte zu respektieren, zu schützen und zu ihrer Gewährleistung beizutragen. Wir fordern sie daher auf, ihre diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen, um das Leben von Yoe Arregoces zu schützen und eine faire und gerechte Umsiedlung der betroffenen Gemeinden sicherzustellen“, erklärte Sebastian Rötters, Bergbau-Referent von FIAN Deutschland.

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