
Aus Anlass der Ausstellungseröffnung „Ich krieg dich – children affected by war“ im Auswärtigen Amt in Berlin forderte World Vision die politisch Verantwortlichen auf, sowohl im Vorfeld von kriegerischen Auseinandersetzungen, als auch bei der Konzeption von Friedensstrategien, die Situation von Kindern gesondert zu betrachten. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Waffenschmidt sagte: „Kinder müssen vor gewalttätigen Aktionen besonders geschützt werden. Bereits im Vorfeld von kriegerischen Auseinandersetzungen sollten Konfliktparteien darüber nachdenken, wie Kinder von gewaltsamen Aktionen fern gehalten werden können, z.B. indem für sie besondere Schutzräume eingerichtet werden. Der Missbrauch von Kindern als Soldaten muss konsequent verfolgt und bestraft werden.“
Aus der Studie „Überwindung der Gewalt in Ostafrika“, die in Kooperation mit World Vision entstand, geht hervor, dass Kinder, die Krieg und Gewalt erlebt haben, auch als Erwachsene oft nicht in der Lage sind, Konflikte friedlich zu lösen. Das sei eine Gefahr für die Zukunft der Länder, in denen Konflikte stattfinden, aber auch für die angrenzenden Länder. Waffenschmidt betonte: „Kinder müssen lernen, wie man Konflikte auf friedliche Weise lösen kann.“
Kriegsgründe gebe es viele, mahnt World Vision, darunter Armut, die Gier nach Macht, Geld und Einfluss und der Kampf um die Ausbeutung von Rohstoffen. Hierbei spielten die westlichen Staaten oft eine große Rolle. An der Ausbeutung der Bodenschätze in der Demokratischen Republik Kongo seien nach Angaben der Vereinten Nationen 85 Firmen beteiligt, darunter vier deutsche Unternehmen. Sie alle verstießen gegen internationale OECD-Richtlinien.
„In der internationalen Friedenspolitik werden Kinder kaum berücksichtigt“, kritisierte Ekkehard Forberg, Referent für Friedensförderung bei World Vision. „Dabei sind es die Kinder, die am wenigsten zu den Gewaltkonflikten beigetragen haben. Auch die Zukunft einer Gesellschaft hängt entscheidend davon ab, wie Kinder ihre Kriegserlebnisse verarbeiten.“
Bei World Vision spielen Friedensförderung und Friedenserziehung auch eine wichtige Rolle in der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit. So werden in einigen Ländern Kinder als „Friedensboten“ ausgebildet oder Kinder verschiedener Ethnien und Religionen werden in gemeinsamen Projekten unterrichtet. Dabei lernen sie sich kennen, Unterschiede respektieren, entdecken ihre Gemeinsamkeiten und entwickeln eine Kultur des Friedens. In Uganda, im Sudan und im Kongo fördert World Vision die Reintegration von ehemaligen Kindersoldaten und Vergewaltigungsopfern.




