
Schätzungsweise 250.000 Kinder in mindestens 14 Ländern würden aktuell als Soldaten missbraucht, so das Bündnis Kindersoldaten. „Häufig sind das nichtstaatliche bewaffnete Gruppen wie etwa in Kolumbien. Aber auch die Regierungsarmeen in Burma und Sudan haben Kinder unter Waffen“, so Danuta Sacher, Geschäftsführerin von terre des hommes.
Das Zusatzprotokoll nimmt Staaten auch nach der Beendigung eines Konfliktes in die Pflicht, etwa mit Reintegrationsmaßnahmen für ehemalige Kindersoldaten und Strafverfolgung für die Verantwortlichen. „In Sri Lanka brauchen Hunderte ehemaliger Kindersoldaten in den Regierungslagern jetzt professionelle Hilfe. Doch die Regierung in Colombo lässt das nicht zu“, so Dünnweller. Der UN-Sondergesandte Patrick Cammaert kritisierte kürzlich, dass diese Kinder „immer noch von ihren Eltern getrennt leben müssen“.
Auch in Deutschland leben geflüchtete ehemalige Kindersoldaten. „Sie brauchen Sicherheit und ein jugendgerechtes Umfeld und dürfen nicht den Belastungen der Verfahren für erwachsene Asylbewerber ausgesetzt werden“, forderte Danuta Sacher.
Der „Red Hand Day“ am 12. Februar erinnert an das Inkrafttreten des „Zusatzprotokolls Kindersoldaten“ am 12. Februar 2002. Dieser Tag ist seitdem der weltweite Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. Im Deutschen Bündnis Kindersoldaten haben sich elf Organisationen zusammengeschlossen: Aktion Weißes Friedensband, Amnesty International, Deutsches Jugendrotkreuz, Kindernothilfe, Lutherischer Weltbund, missio, Netzwerk Afrika Deutschland, Plan International, terre des hommes, UNICEF Deutschland, World Vision.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp, erklärte dazu: „“Ich setze mich persönlich für eine Bildungsoffensive ein, die Kindern in Form von Projekten ihre Lebenschancen aufzeigt und Ihnen hilft, diese auch umzusetzen. Ebenso gilt es, Opfer wieder in die Familien-, bzw. Dorfgemeinschaften zu reintegrieren und ihnen eine Zukunftsperspektive durch Ausbildungsprojekte zu bieten. Wir werden in Familien- und Dorfgemeinschaften zielgerichtete Aufklärungskampagnen durchführen, um Kinder vor Verschleppung und Übergriffen besser zu schützen.“
Foto: © Hans-Martin Grosse-Oetringhaus / terre des hommes




