
Der UN-Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte und grundlegenden Freiheiten indigener Völker, Professor James Anaya, stellt in seinem Bericht fest, die Rechte der indigenen Buschleute und Bakgalagadi im Central Kalahari Game Reserve (CKGR) würden von der Regierung noch immer missachtet, obwohl der Oberste Gerichtshof Botswanas im Jahr 2006 zugunsten der Buschleute entschied und die Zwangsvertreibung von ihrem Land als unrechtmäßig anerkannte. In seinem Bericht stellt Anaya fest, dass „die Weigerung der Regierung ihren Pflichten gegenüber denjenigen nachzukommen, die zurzeit in dem Reservat leben, weder im Sinne des Urteils [des Obersten Gerichts von 2006], noch mit internationalen Menschenrechten zu vereinbaren ist.“
In dem UN-Report heißt es weiter: „Die indigene Bevölkerung, die in dem Reservat geblieben oder dorthin zurückgekehrt ist, sieht sich wegen des Wassermangels harten und lebensbedrohlichen Umständen ausgesetzt. Diese Situation könnte durch die Instandsetzung der Wasserlöcher in dem Reservat leicht verbessert werden. Die Regierung sollte entweder die Wasserlöcher wieder zugänglich machen oder eine andere zuverlässige Wasserversorgung sicherstellen. Der Zugang zu Wasser sollte höchste Priorität haben.“
Anaya kritisiert außerdem die Behauptung der Regierung, dass die Besiedlung des Reservats durch die Buschleute nicht mit den Naturschutzplänen zu vereinbaren sei. Gleichzeitig sei nämlich einem Bergbau-Unternehmen erlaubt worden, in dem Gebiet Diamanten abzubauen, wodurch 500 bis 1.200 Menschen in das Gebiet eindringen könnten.
Abschließend rät Anaya der Regierung, das Urteil des Obersten Gerichts von 2006 „vollständig und gemäß des Urteils“ umzusetzen und „all jene, die von dem Reservat vertrieben wurden, in ihre Heimat zurückkehren zu lassen und ihnen zu ermöglichen ihre traditionelle Lebensweise als Jäger und Sammler fortzuführen. Des Weiteren sollen sie die gleichen staatlichen Leistungen erhalten wie alle Bürger Botswanas – dies schließt vor allem umgehend den Zugang zu Wasser ein.“
Survival Internationals Direktor Stephen Corry sagte: „Die Kritik an dem Verhalten der Regierung wird immer lauter angesichts der anhaltenden Weigerung, den Buschleuten Zugang zu Wasser zu gewähren. Dieses Verhalten ist zutiefst erschütternd und schockiert jeden, der davon erfährt.“
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