
Der Schutz von Frauen werde bei der Nothilfe nach Naturkatastrophen oft vernachlässigt, erklärte Markmiller anlässlich des Weltfrauentags am 8. März. „Dabei müssen alle Maßnahmen, sei es die Lebensmittelverteilung oder der Bau von Notunterkünften eines gewährleisten: Frauen zu schützen und ihnen Sicherheit zu geben.“
Markmiller, der am Donnerstagabend aus der Erdbebenregion Haitis zurückkehrte, forderte sichere Unterkünfte für Frauen und den Aufbau vertrauensvoller Anlaufstellen, in denen sie medizinische und psychologische Hilfe erhalten und Anzeige gegen Übergriffe erstatten können. „Viele Frauen übernachten im Freien, hinter aufgespannten Bettlaken oder unter Plastikplanen. So kann sie jeder Mann sehen und überfallen. Die Frauen nennen die Männer ‚böse Geister, die nachts durch die Lager ziehen'“, so Markmiller. „Meistens sind auch die Waschstellen nicht mit einem ausreichenden Sichtschutz ausgestattet, was für weiteres Gefährdungspotential sorgt und schließlich die Würde der Frauen verletzt“, berichtete Markmiller aus Haiti.
Andererseits, so Markmiller, seien gerade Frauen auch Rückgrat der Nothilfe. „Alle Nothilfegüter für Haiti werden nur an Frauen ausgegeben. Denn so laufen die Verteilungen ruhig und geordnet ab. Und wir können sichergehen, dass unsere Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Familien.“
CARE baut in Haiti geschützte Notunterkünfte sowie separate Latrinen und Waschgelegenheiten für Frauen. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen hat die Organisation die medizinische Versorgung aufgebaut und dort Medikamente zur Sofortbehandlung von vergewaltigten Frauen bereit gestellt. „In all unsere Nothilfemaßnahmen wird der besondere Bedarf und Schutz von Frauen integriert und umgesetzt“, betonte Markmiller. „Doch was für Haiti gilt, muss auch für zukünftige Naturkatastrophen gelten. Wir müssen schnell helfen, aber wir dürfen die Sicherheit der Frauen dabei nicht außer Acht lassen.“
Foto: Flutopfer auf den Philippinen © IRIN




