Bonn (epo.de). – Gerade in Entwicklungsländern sind Menschen mit Behinderung besonders gefährdet, in die Armut abzurutschen. Deshalb ist es wichtig, sie bei Hilfsprojekten aktiv mit einzubeziehen. Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO), der dies seit langem fordert, hat jetzt das erste deutschsprachige Handbuch zur inklusiven Entwicklung herausgegeben.
„Die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit können den engen Zusammenhang zwischen Armut und Behinderung nur durchbrechen, wenn sich alle mit diesem Thema noch intensiver als bisher auseinandersetzen. Das neue VENRO-Handbuch will praktische Hilfe bei der Realisierung von Projekten zur inklusiven Entwicklung leisten“, erklärte der VENRO-Vorstandsvorsitzende Ulrich Post. Die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) hätten das Ziel, den Anteil der armen Menschen bis 2015 zu halbieren. „Ohne die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung können diese Entwicklungsziele sicher nicht erreicht werden“, so Post.
Rund 600 Millionen Menschen weltweit, so VENRO, sind körperlich und geistig behindert, oftmals als Folge von Krankheiten, Krieg oder Unterernährung. Ungefähr 80 Prozent der Menschen mit Behinderung leben in den ärmsten Ländern der Welt. Die meisten von ihnen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, therapeutischer Hilfe oder auch zu einer speziellen Förderung.
Das VENRO-Handbuch „Gewusst wie – Menschen mit Behinderung in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit einbeziehen“ ist ein praktischer Leitfaden, um Programme und Projekte für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Neben grundlegenden Informationen zum Thema wird anhand von konkreten Projektbeispielen gezeigt, wie deutsche Hilfswerke und ihre Partnerorganisationen einen inklusiven Entwicklungsansatz in die Praxis umsetzen können.
Das VENRO-Handbuch kann als PDF-Datei auf der VENRO-Homepage heruntergeladen werden. Eine gedruckte Version kann im Sekretariat (sekretariat@venro.org) bestellt werden.




