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Haiti: Chance für einen Neuanfang

misereorAachen (epo.de). – Am Sitz der Vereinten Nationen in New York findet am 31. März eine internationale Geberkonferenz für Haiti statt. Aus diesem Anlass hat das katholische Hilfswerk MISEREOR am Montag eine stärkere Beteiligung der haitianischen Gesellschaft an den Planungen beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben angemahnt. Bislang seien beim Planungsprozess im Vorfeld der Konferenz lediglich die haitianische Regierung und einzelne gesellschaftliche Akteure eingebunden gewesen, kritisierte MISEREOR.

„Man kann nicht von einer wirklichen Teilhabe der haitianischen Gesellschaft bei den Fragen des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben im Januar sprechen“, sagte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. „Der Wiederaufbauplan, der Grundlage der Verhandlungen in New York sein wird, wurde lediglich von ausländischen Experten und Vertretern der haitianischen Regierung erarbeitet. Eine Konsultation – Mitte März in Port-au-Prince – eröffnete nur für wenige Institutionen der Zivilgesellschaft die Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. Wichtige soziale Gruppen blieben außen vor.“

Die Krise nach dem Erdbeben stelle die gesamte haitianische Gesellschaft vor die Herausforderung, einen wirklichen Neuanfang zu wagen, betonte Bröckelmann-Simon. Jetzt müssten Strategien für eine politische, soziale und wirtschaftliche Unabhängigkeit und für die langfristige Überwindung der Armut entwickelt werden. Dabei müsse den Haitianern Raum gegeben werden für einen selbstgesteuerten und selbstorganisierten Wiederaufbau. Bei allen Problemen dürfe nicht übersehen werden, dass das Land nicht bei Null anfange, sondern sich auf den Willen zur Veränderung stütze.

„Bildung und soziale Infrastruktur, Schulen, Krankenstationen, medizinische Versorgung und Trinkwasser sind nicht nur für Port-au-Prince und die betroffenen Städte notwendig. Viele Haitianer fordern eine dezentrale Entwicklung“, erklärte Haiti-Länderreferent Heinz Oelers nach seiner Rückkehr aus Haiti. „Haiti muss seinen Kindern und Jugendlichen Bildungschancen eröffnen – überall und für alle. Wir fördern zudem eine stärkere Bürgerbeteiligung. Die Bildung des einzelnen, der Zugang zu Informationen und die Kenntnis von Rechten, Pflichten und Mitbestimmungsmöglichkeiten sind dabei wichtige Elemente.“

Beim Wohnungsbau sehe MISEREOR seine Priorität in einer Unterstützung von selbstorganisierten und kulturell angepassten Formen des Wiederaufbaus, so Oelers. Das Potenzial traditioneller konstruktiver Techniken und die Nutzung lokaler Materialien könne vor allem in den ländlichen Gebieten genutzt werden, um erdbebensicher zu bauen und das ländliche Wohnen zu verbessern.

MISEREOR hat gut zehn Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti, bei dem mehr als 222.000 Menschen ums Leben kamen, für 30 Projekte rund 1,6 Millionen Euro bewilligt. Diese Projekte richten sich überwiegend an Organisationen, die in der Erstversorgung der Bevölkerung im Katastrophengebiet und in Flüchtlingsgebieten tätig sind. Für Wiederaufbaumaßnahmen plant MISEREOR weitere sechs Millionen Euro einzusetzen.

www.misereor.de

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