Start / Entwicklung / Menschenrechte / Iranische Bloggerin gewinnt „Reporter ohne Grenzen Award“

Iranische Bloggerin gewinnt „Reporter ohne Grenzen Award“

rog_logo_neuBerlin (epo.de). – Die iranische Bloggerin, Journalistin und Frauenrechtlerin Zhila Bani Jaghob erhält für ihr Blog „Wir sind Journalisten“ den „Reporter ohne Grenzen Award“. Mit dem Preis zeichnen die Deutsche Welle (DW) und Reporter ohne Grenzen (ROG) Blogs aus, die in besonderer Weise die Meinungsfreiheit fördern und die Bedeutung dieses Menschenrechts hervorheben.

Der „Reporter ohne Grenzen Award“ ist eine von insgesamt 17 Preiskategorien des internationalen Blog-Wettbewerbs der Deutschen Welle „Best Of The Blogs (BOBs)“, der bereits zum sechsten Mal stattfindet. Die Namen der Gewinnerinnen und Gewinner wurden jetzt auf der Blogger-Konferenz „re:publica“ in Berlin bekannt gegeben.

„Zhila Bani Jaghobs persischsprachiger Blog enthält aktuelle Informationen zur Lage im Iran und greift insbesondere soziale und frauenspezifische Themen auf. Zhila ist in ihrer Heimat eine Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit“, sagte Lucie Morillon, Leiterin des ROG-Referates „Neue Medien“ und Jurymitglied bei den BOBs, zur Preisentscheidung. „Zhila und ihre Angehörigen mussten einen schweren Tribut für ihr Engagement zahlen. Unsere Organisation ist stolz, ihr diesen Preis zuerkennen zu dürfen und stellvertretend allen iranischen Bloggern und Journalisten, die in den vergangenen Monaten festgenommen, inhaftiert oder zur Flucht gezwungen wurden, Ehre zu erweisen.“

Zhila Bani Jaghob griff seit Beginn ihrer journalistischen Karriere Anfang der 90er Jahre zahlreiche umstrittene Themen auf und nahm dafür Repressionen und Gefängnisstrafen in Kauf. So berichtete Bani Jaghob unter anderem über Tabuthemen wie den Mord an iranischen Intellektuellen durch Sicherheitskräfte, Selbstmord unter Jugendlichen oder die Verbreitung von AIDS. Immer wieder widmet sich die Journalistin in ihren Texten daneben frauenspezifischen Fragen und Problemen wie der Schulbildung von Mädchen, frauendiskriminierenden Gesetzen und der Prostitution.

Zhila Bani Jaghob, die rund 4000 Reportagen veröffentlicht hat, arbeitete lange Zeit vor allem für reformorientierte Zeitungen. Die meisten von ihnen sind mittlerweile geschlossen. Das Internet ist für Bani Jaghob deswegen mittlerweile die wichtigste Plattform, um weiterhin die iranische und internationale Öffentlichkeit über die Geschehnisse in ihrem Land zu informieren.

Die Kehrseite ihrer engagierten Arbeit sind zahlreiche Verhöre durch Sicherheitskräfte und mehrere Festnahmen und Inhaftierungen. Zuletzt wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Journalisten Bahaman Ahamadi, und rund 20 weiteren Journalisten am 20. Juni 2009 nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Teheran festgenommen. Die Feministin wurde wieder frei gelassen, aber ihr Ehemann ist wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen weiterhin inhaftiert. Er wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

In ihrem Blog „Wir sind Journalisten“ beschreibt die Internetdissidentin eindringlich die Haftbedingungen ihrer Kollegen. Der Zugang zum Blog ist im Iran gesperrt, aber über Proxies weiterhin erreichbar.

Die BOBs-Preisverleihung findet am 22. Juni 2010 im Rahmen des „Global Media Forums“ der Deutschen Welle in Bonn statt.

www.reporter-ohne-grenzen.de

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

GNE Banner
GNE Banner

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit News Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Wahlen Weltwirtschaft