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Attac: Banken wetten weiter auf Hunger

attac_150Frankfurt (epo.de). – Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat ein Verbot preistreibender Spekulation mit Nahrungsmitteln gefordert. Nach wie vor böten mit Steuergeldern gerettete Banken Wetten auf die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen an, kritisierte Attac. Das internationale Kleinbauernnetzwerk La Via Campesina hat für den Samstag einen globalen Aktions- und Informationstag für Ernährungssouveränität und bäuerliche Rechte ausgerufen.

„Frisch mit Steuermilliarden gerettete Banken bieten Wetten auf die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen an. Weit mehr als 100 Millionen Menschen weltweit, die wegen der Krise unter die Armutsgrenze gefallen sind, werden offenbar als Kollateralschäden hingenommen“, sagte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Wir fordern endlich strikte Beschränkungen, um finanzmarktgetriebene Preissteigerungen von Nahrungsmitteln zu verhindern. Dafür muss sicher gestellt werden, dass an den Terminmärkten künftig nur Produzenten, Händler oder Abnehmer eines Rohstoffs handeln dürfen und reine Spekulanten ausgeschlossen werden.“

Attac kritisierte, die Spekulation mit Nahrungsmitteln werde nicht eingedämmt, obwohl die tödlichen Nebenwirkungen bekannt seien. 2007 seien fast alle Banken in den Handel mit Optionsscheinen auf Agrarrohstoffe eingestiegen und hätten damit die Preissteigerungen für Nahrungsmittel noch angeheizt. 2008 gab es nach Auskunft der Welternährungsorganisation FAO in 37 Ländern Hungeraufstände, in Haiti wurde die Regierung gestürzt.

Dennoch halte die Spekulation mit Nahrungsmitteln unvermindert an, berichtete Attac. Unternehmen wie die Deutsche Bank, Allianz Global Investors, die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg betrieben weiterhin Werbung für ihre Agrarfonds.

„Wenige Produktwerbungen sind so zynisch wie die, mit denen Fonds, Banken und Anlegermagazine ihre Agrarfonds anpreisen“, sagte Jutta Sundermann von Attac. „Klimawandel, knapper werdende fruchtbare Äcker und der Boom der Agrotreibstoffe werden als Verkaufsargumente gepriesen, die langfristig traumhafte Renditen sichern sollen. Dass das keine Werbebotschaften sind, sondern einige der zentralen Ursachen dafür, dass über eine Milliarde Menschen hungert, wird nicht erwähnt.“

www.attac.de
http://viacampesina.org

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