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Dürre in Niger: Jeder Zweite von Hunger bedroht

niger_lage_150Dakar (epo.de). – Im westafrikanischen Staat Niger ist jeder zweite Mensch von Hunger bedroht. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) müsse mehr als doppelt so viele Hungernde wie bisher geplant unterstützen, teilte die Organisation am Montag in Dakar (Senegal) mit. Bis zu 2,3 Millionen Menschen, die unter der Dürre im Osten der Sahelzone leiden, sollen nun dringend benötigte Ernährungshilfe erhalten.

„Die Dürre hat Niger sehr hart getroffen und die Welt muss nun reagieren, um massives menschliches Leiden und den Verlust einer Generation zu verhindern“, sagte die Exekutivdirektorin des WFP, Josette Sheeran. Nach Angaben des WFP haben geringe und unregelmäßige Regenfälle über dem Osten der Sahelzone Ernten zerstört sowie das von Viehhirten und ihren Herden genutzte Land austrocknen lassen. Im Januar hatte eine nationale Untersuchung ergeben, dass mehr als die Hälfte der 13,5 Millionen Menschen im Niger unter Ernährungsunsicherheit leiden.

Die Aufstockung der WFP-Hilfsoperation fokussiert sich vor allem darauf, die Mangelernährung von 1,5 Millionen Menschen durch Nahrungsverteilungen zu bekämpfen sowie Kleinkinder in den am stärksten betroffenen Gebieten mit Spezialnahrung zu versorgen. Das WFP will außerdem schwangere und stillende Mütter sowie Essensbanken unterstützen – dies sind Gemeinschaftsläden, in denen Frauen Getreide zu subventionierten Preisen kaufen können, wenn die Vorräte der letzten Ernte zu Ende gegangen sind. Die Gemeinschaften füllen diese Bank nach der nächsten Ernte wieder auf, wenn die Nahrungspreise am niedrigsten sind.

Das WFP benötigt nach eigenen Angaben insgesamt 182 Millionen US-Dollar, um seine Hilfsmaßnahmen in Niger, einem der ärmsten Länder der Welt, auszuweiten. Momentan fehlen der Operation noch 96 Millionen Dollar. „Wir müssen schnell handeln, um die Menschen und die Regierung im Niger vor dem Schock einer schweren Ernährungskrise zu bewahren“, sagte der Regionaldirektor des WFP für Westafrika, Thomas Yanga.

Die Zeit arbeitet gegen das Hilfswerk, das den Großteil der benötigten Nahrungsmittel in den Nachbarländern einkauft, um den Menschen im Niger so schnell wie möglich helfen zu können. Neben der Hilfe für die von der Dürre betroffenen Menschen unterstützt das WFP im Niger hunderttausende arme Schulkinder sowie Menschen, die unter den Auswirkungen von HIV/AIDS und Tuberkulose leiden.

Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Es unterstützt 2010 rund 90 Millionen Hungernde in 73 Ländern mit Nahrungsmittelhilfe.

www.wfp.org

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