
Al-Hassani sei am 28. Juli 2009 inhaftiert worden, berichtete die Jury, der auch Michael Windfuhr vom Diakonischen Werk der EKD angehört. Er werde beschuldigt, von einem Prozess vor dem berüchtigten „Staatssicherheitsgericht“ unerlaubt berichtet zu haben. Ein Richter warf ihm gemäß Artikel 286 des Syrischen Strafgesetzbuches vor, „falsche Informationen verbreitet“ zu haben und „nationale Gefühle herabgesetzt“ zu haben.
Al Hassani wurde inhaftiert und für den 27. Mai zur Verhandlung vor den Strafgerichtshof von Damaskus geladen. Er wird derzeit im Adhra Gefängnis festgehalten, nach vorliegenden Berichten unter sehr schlechten Bedingungen. Dort teile er sich mit bis zu 70 weiteren Gefangenen eine Zelle und sei ohne Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung, berichtete die Jury. In einer auffälligen Ergebenheitsgeste an die syrische Regierung habe die Rechtsanwaltskammer von Damaskus ihm am 10. November 2009 lebenslang untersagt, weiter als Rechtsanwalt tätig werden zu können.
Nach Angaben der Jury wurde Al-Hassani in den letzten Jahren mehr und mehr unter politischen Druck gesetzt, weil er seinen Beruf als Rechtsanwalt professionell ausübte. Die letzten sechs Jahre war er von Reisen ausgeschlossen. Sein Büro und alle seine Kommunikation wird ebenfalls seit sechs Jahren vom Syrischen Sicherheitsdienst permanent überwacht. Der Vorsitzende der Jury des Martin Ennals Award, Hans Thoolen, beschreibt Al-Hassani als einen „Mann mit außergewöhnlichem Mut, zwangsweise unter nicht akzeptablen Bedingungen eingesperrt, weil er den Rechtsstaat verteidigt und eine Menschenrechtsorganisation leitet.“ Die offizielle Preisübergabe soll am 15. Oktober in der Victoria Hall in Genf stattfinden.
Der wichtigste Preis der internationalen Menschenrechtsbewegung, der Martin Ennals Award für Menschenrechtsverteidiger, basiert auf der Zusammenarbeit der führenden Menschenrechtsorganisationen der Welt. In der Jury sind vertreten: Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, International Federation for Human Rights, World Organisation Against Torture, Front Line, International Commission of Jurists, Diakonisches Werk der ev. Kirche von Deutschland, International Service for Human Rights und HURIDOCS.




