
Anlässlich des Aufrufs präsentierte UNICEF neueste Fakten zur Situation von Kindern in Afrika. Danach sind in den Ländern südlich der Sahara die Chancen von Kindern zu überleben, zur Schule zu gehen und vor Ausbeutung und Missbrauch geschützt zu werden weltweit, am schlechtesten. Im Jahr 2008 starben in Afrika allein 4,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren – das ist rund die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern weltweit. Die meisten Kinder starben an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.
Zwar gelang es UNICEf zufolge, mehr Kinder in die Schule zu bringen. Doch noch immer geht im südlichen Afrika jedes dritte Kind nicht zum Unterricht. Schätzungsweise 45 Millionen Kindern, vor allem aus den ärmsten Familien und auf dem Land, ist das Recht auf Bildung vorenthalten.
Während weltweit extreme Armut zurückging, stieg die Zahl der Menschen, die von einem Dollar am Tag leben, im südlichen Afrika allein nach der Jahrtausendwende um über 90 Millionen an, beklagt UNICEF. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise verschärfe gegenwärtig die Situation noch. Die Folge: jedes dritte afrikanische Kind zwischen fünf und 14 Jahren muss arbeiten. Das ist weltweit der höchste Anteil an arbeitenden Kindern. Im südlichen Afrika haben laut UNICEF zudem 14 Millionen Kinder Vater, Mutter oder beide Elternteile durch AIDS verloren. Das sind mehr Kinder, als in Deutschland leben.
„Die Fußball-Weltmeisterschaft ist eine Chance, die Vielfalt Afrikas zu entdecken. Wir wollen mit UNICEF die Aufmerksamkeit aber auch nutzen, um für die Verbesserung der dramatischen Lebensumstände vieler Kinder in Afrika einzutreten. Jedes Kind in Afrika braucht einen Platz in der Schule“, sagte der internationale UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore.
„Es ist nicht hinnehmbar, wenn heute in fast jedem Winkel Afrikas Mobiltelefone funktionieren und trotzdem weiter Kinder an Durchfall sterben, weil selbst einfachste Medikamente fehlen“, sagte Jürgen Heraeus, der Vorsitzende von UNICEF Deutschland. „Die Verantwortung, dies zu ändern, liegt in erster Linie bei den betroffenen Ländern. Aber sie brauchen dafür unsere Unterstützung.“




