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Haiti tritt die Rechte seiner Kinder mit Füßen

knhDuisburg (epo.de). – Anlässlich des Internationalen Tages gegen ausbeuterische Kinderarbeit am 12. Juni hat die Kindernothilfe den haitianischen Staat aufgerufen, seine Kinder besser zu schützen und zu fördern. Nach Angaben der Vereinten Nationen muss in Haiti jedes fünfte Kind unter 14 arbeiten, das sind etwa 750.000 Mädchen und Jungen. Besonders dramatisch ist die Situation für die rund 300.000 sogenannten Restavèk-Kinder. Sie leben als Hausangestellte wie Sklaven in fremden Familien.

Das Beben vom 12. Februar habe die Situation der Restavèk-Kinder drastisch verschärft, so die Kindernothilfe. „Dabei ist die Jugend- und Sozialgesetzgebung des Landes absolut vorbildlich“, sagt Jürgen Schübelin, Haiti-Koordinator der Organisation. „Haiti hat die internationalen Abkommen zum Schutz von Kindern vor wirtschaftlicher Ausbeutung ratifiziert.“ So verpflichtete sich der Karibik-Staat etwa im Jahr 2007 zur Einhaltung der ILO-Konvention 182. Sie verbietet generell, Kinder mit den schlimmsten Formen von Arbeit auszubeuten. Dazu zählen die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der Restavèk-Kinder. Bereits 2003 hat Haiti außerdem per Gesetz beschlossen, alle ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse zu bekämpfen.

„Diese Gesetzgebung ist nichts wert, wenn sich niemand um deren Einhaltung kümmert“, kritisiert Schübelin. „In den Armenvierteln von Port-au-Prince ist es an der Tagesordnung, die Restavèk-Kinder zu schlagen, sie bis zu 16 Stunden am Tag schuften zu lassen. In der Regel dürfen die Kinder keine Schule besuchen. Die sogenannten Gastfamilien müssen hingegen keine Angst davor haben, für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieses System von Ausbeutung und Gewalt an Kindern ist Jahrhunderte alt.“

Investitionen in Bildungs- und Aufklärungsprogramme sowie in den Kinderschutz seien jetzt dringend notwendig, so Schübelin, um zu strukturellen Veränderungen für den Schutz von Haitis Kindern zu kommen. Die Kindernothilfe engagiert sich seit 2006 für Haitis Restavèk-Kinder. Mit Bildungseinrichtungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für die  „Gastfamilien“ konnten vor dem Beben 450 Kinder geschützt und gefördert werden. Seit dem Beben hat die Kindernothilfe ihre Unterstützung ausgebaut und betreut mittlerweile über 3.000 Restavèk-Kinder.

www.kindernothilfe.de

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