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UNICEF: Jedes dritte Kind in Afrika muss arbeiten 


kind_suedafrika_donbosco_150Köln (epo.de). – In Afrika muss fast jedes dritte Kind schon im Alter zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten. Der Anteil arbeitender Mädchen und Jungen ist in Subsahra-Afrika mit über 35 Prozent weltweit am höchsten. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika einen Aktionsplan aufgelegt, um während der WM besonders benachteiligte und gefährdete Kinder zu schützen und für die Umsetzung der Kinderrechte zu werben.

„Wirksamen Kinderschutz gibt es nur, wenn die ganze Zivilgesellschaft sich für Null-Toleranz gegen Ausbeutung von Kindern einsetzt“, sagte die Leiterin von UNICEF in Südafrika, Aida Girma. UNICEF ruft dazu auf, den Kampf gegen kommerzielle Ausbeutung und Gewalt gegen Kinder insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent zu verstärken.

UNICEF hat erfolgreich darauf hingewirkt, dass der internationale Verhaltenskodex der Tourismusindustrie gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern rechtzeitig vor Beginn der WM von Südafrikas Tourismussektor übernommen wurde. Aida Girma begrüßte das Engagement der Tourismusindustrie: „Die Mitwirkung der Tourismusindustrie ist entscheidend, um erfolgreich gegen die Ausbeutung von Kinder vorgehen zu können.“

Es gebe Befürchtungen, dass in Südafrika im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft die Ausbeutung von Kindern sowie Kinderhandel zunehmen könnten, berichtete UNICEF. Gewalt in Familien, Missbrauch und Kinderhandel seien schon heute große Probleme in Südafrika. Allein 2008 und 2009 seien schätzungsweise 50.000 Kinder Opfer von Gewalt geworden. Während der WM seien alle Schulen in Südafrika geschlossen. Viele Kinder könnten deshalb für längere Zeit unbeaufsichtigt sein und in gefährliche Situationen geraten.

Um Kinder während der WM zu schützen, startete Ende Mai eine landesweite Aufklärungskampagne gegen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch. Gemeinsam mit Partnern verbreitete UNICEF Informationen in Broschüren, Anzeigen, TV- und Radio-Spots. An Tankstellen werden kleine rote Karten mit Kontaktnummern verteilt. Diese Hotlines können angerufen werden, wenn irgendwo auffällt, dass Kinder missbraucht oder ausgebeutet werden.

Nach dem Ende der Apartheid haben sich nach UNICEF-Angaben für viele südafrikanische Familien die Lebensbedingungen verbessert. Es gebe in vielen Bereichen neue Gesetze und Entwicklungsprogramme. Die Regierung wende mehr Mittel für soziale Zwecke auf als jemals zuvor. So seien Grundschulen offiziell kostenlos und arme Familien hätten Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Doch trotz dieser Fortschritte sei Südafrika auch nach dem Ende der Apartheid eine geteilte Gesellschaft, kritisiert UNICEF. Mehr als die Hälfte aller Kinder müssten weiterhin von weniger als einem Dollar am Tag leben – besonders in den ländlichen Regionen im Osten des Landes. In den vergangenen Jahren hätten rund 3,7 Millionen Mädchen und Jungen ihren Vater oder ihre Mutter durch Aids verloren.

Foto: Fotoausstellung „Champions for South Africa“, Don Bosco JUGEND DRITTE WELT

www.unicef.de

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