
Anhand von Beispielen aus Asien, Afrika und dem amerikanischen Kontinent benennt Survivals Bericht „Serious Damage“ die Kosten der Erzeugung „grünen“ Stroms durch riesige Staudämme. Weltweit nimmt derzeit der Bau von Staudämmen rasant zu. Allein die Weltbank investiere elf Milliarden US-Dollar in 211 Wasserkraft-Projekte weltweit, berichtet Survival.
Von den neuen Großprojekten profitieren nach Angaben von Survival International auch das deutsche Unternehmen Voith Hydro und der österreichische Konzern Andritz AG. Beide seien am Bau des Jirau Dammes in Brasilien beteiligt und hätten sich nach Berichten von Medien und anderen Organisationen auch um Aufträge für den umstrittenen Belo Monte Staudamm beworben.
Die Auswirkungen von Staudämmen auf indigene Völker seien tiefgreifend. Das Volk der Enawene Nawe im Amazonas habe erfahren müssen, dass die brasilianischen Behörden den Bau von 29 Dämmen an den Flüssen auf ihrem Land planen, heißt es in dem Bericht. Quer durch das Amazonasbecken seien die Gebiete fünf unkontaktierter indigener Völker betroffen.
Die Penan der Insel Borneo im malaysischen Bundesstaat Sarawak, so der Bericht, sollten vertrieben werden, um Platz für einen Staudamm zu machen. In Äthiopien drohe einigen Völkern die Abhängigkeit von staatlicher Lebensmittelhilfe, sollte der Bau eines Staudamms auf dem Omo Fluss nicht gestoppt werden. Ein Angehöriger der Kwegu aus dem Tal des Omo sagte: „Unser Land ist schlecht geworden. Sie haben uns das Wasser komplett abgedreht und wir hungern nun. Öffnet den Damm und lasst das Wasser wieder fließen.“
Hunderte brasilianischer Indigener wollen sich in dieser Woche versammeln, um sich gegen den umstrittenen Belo Monte Staudamm auszusprechen. Dieser bedroht das Land und die lebenswichtige Nahrungsversorgung mehrerer indigener Völker.
Foto: Staudam-Bericht „Serious Damage“ © Survival International




