
Vor genau zehn Jahren formulierten über 180 Staaten die UN-Millennium-Entwicklungsziele (MDGs), Armut, Hunger und Krankheit bis 2015 deutlich zu verringern, jetzt stellt der Gipfel die Fortschritte auf den Prüfstand. „Um die Versprechen einlösen zu können, müssen die Maßnahmen erheblich ausgeweitet und effizienter werden“, betonte Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. „Wir freuen uns, dass der Weltarmutsgipfel am Weltkindertag (20. September) beginnt. Das wird den Zusammenhang zwischen Armutsbekämpfung und Kinderrechten weiter verdeutlichen.“
„Jedes Kind muss zum Beispiel Zugang zu guter Bildung bekommen, nur so können auch ihre Familien der Armutsfalle entkommen“, sagte Thiesbonenkamp. Die Einschulungsraten seien zwar in den ärmsten Ländern angestiegen, aber in einigen Regionen wie etwa südlich der Sahara verlaufe der Fortschritt viel zu langsam. „Wirtschafts- und Ernährungskrisen sowie der Klimawandel drohen zudem die Fortschritte wieder zunichte zu machen.“
Zwischen 60 und 70 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern sind Kinder. Ein Drittel von ihnen, rund 600 Millionen, leben in absoluter Armut. „Und als schwächste Glieder der Gesellschaft leiden sie noch weitaus mehr an den Folgen wie etwa Ausbeutung oder gesundheitlichen Schäden“, so Thiesbonenkamp. „Damit die nationalen Programme zur Armutsbekämpfung auch tatsächlich den Kindern helfen, müssen sie auch bei der Erstellung von Strategien und deren Umsetzung beteiligt werden.“ Das UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes müsse konsequent umgesetzt werden, um die Millennium-Entwicklungsziele erreichen zu können.




