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MISEREOR: Neue Hungeraufstände nur Frage der Zeit



no_excuseAachen (epo.de). – Das katholische Hilfswerk MISEREOR hat vor dem Millenniums-Gipfel der Vereinten Nationen in New York eine ernüchternde Bilanz der UN-Bemühungen gezogen. „Die Regierungen haben bei der Bekämpfung von Hunger und Armut ihre Versprechen gebrochen“, erklärte Hauptgeschäftsführer Josef Sayer am Freitag in Aachen. „Vor zwei Jahren haben sie mit Milliarden Euros bravourös die Banken gerettet. Aber über 900 Millionen Hungernde und Millionen Hungertote jährlich scheinen die Regierenden weit weniger zu berühren als die Bankenkrise. Wenn wir jetzt nicht handeln, sind neue Hungeraufstände nur eine Frage der Zeit.“

Hungerbekämpfung sei aber nicht nur ein finanzielles Problem, sagte Sayer. „Entscheidend ist, dass die strukturellen Ursachen beseitigt werden. Gerade hier trägt auch die EU eine enorme Verantwortung“, so Sayer.

Nach Auffassung von MISEREOR kehrt der bisherige Entwurf der Gipfelerklärung zentrale Ursachen der Hungerkrise unter den Tisch. „Spekulanten treiben immer wieder die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Reis künstlich in die Höhe. Ausländische Firmen ziehen afrikanischen Kleinbauern durch großflächige Landkäufe buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Sie verschärfen die ohnehin schon ungerechte Landverteilung. Europäische Exporteure überschwemmen immer noch die lokalen Märkte der Südkontinente mit Milchpulver, Geflügel und Schweinefleisch. Dadurch behindern sie den dringend notwendigen Wiederaufbau der heimischen Landwirtschaft“, erklärte Sayer.

Solche strukturellen Ursachen würden in dem Entwurf der Gipfelerklärung allenfalls angedeutet, statt sie deutlich beim Namen zu nennen, kritisierte der MISEREOR-Hauptgeschäftsführer. Seit Jahren forderten MISEREOR-Partner konkrete Maßnahmen gegen Nahrungsmittelspekulation, Landraub und Agrardumping. Doch geschehe kaum etwas. Ganz im Gegenteil: „In bisher ungekanntem Ausmaß drängt die EU die Länder Afrikas, Lateinamerikas und Asiens, ihre Märkte für europäische Produkte und Investitionen zu öffnen, und sperrt sich gegen eine grundlegende Reform der europäischen Agrarpolitik“, so Sayer.

www.un.org/en/mdg/summit2010/
www.misereor.de

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