Berlin (epo.de). – Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Verurteilung der iranischen Bloggerin und Menschenrechtlerin Shiva Nazar Ahari zu sechs Jahren Haft und 76 Peitschenhieben „auf das Schärfste“ kritisiert. Die 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichts habe die Dissidentin wegen „Propaganda gegen das Regime“, „Versammlung und geheime Verabredung zur Durchführung eines Verbrechens“ und „Moharebeh“ (Feindschaft gegen Gott) schuldig gesprochen, teilte ROG in Berlin mit.
Ahari soll die Haftstrafe nach Informationen von ROG in der Stadt Iseh in der Provinz Chusestan im Südwesten Irans verbüßen. Freunden der Familie Aharis zufolge will die Menschenrechtlerin gegen das Urteil in Berufung gehen.
„Wir sind schockiert über das Urteil. Die Vorwürfe gegen Ahari entbehren jeder Grundlage“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Rickerts. „Wir beharren auf der Freilassung der Dissidentin und fordern die Behörden auf, ein faires und transparentes Berufungsverfahren einzuleiten.“ Die 26-jährige Shiva Nazar Ahari war rund eine Woche vor der Urteilsverkündung, am 12. September, gegen eine Kaution von 500 Millionen Toman (rund 390.000 Euro) aus dem Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen worden.




