
„Diese Initiative begrüße ich sehr“, betonte Renate Bähr, die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „Denn wie auch der UN-Generalsekretär betont: Zwar gab es einige Erfolge bei der Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit. So ist die Zahl der Frauen, die im Zusammenhang mit Schwangerschaft oder Geburt sterben, seit 1990 um 34 Prozent gesunken. Doch im Vergleich zu den anderen Millenniumszielen wurden hier bisher die wenigsten Fortschritte erreicht. Besonders freut mich, dass Familienplanung in der Globalen Strategie einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Schließlich sind ein Drittel der Sterbefälle auf den fehlenden Zugang zu Familienplanung zurückzuführen.“
Die Bundesregierung habe während des G8-Gipfels in Kanada zugesagt, 400 Millionen Euro zusätzlich für die Verbesserung der Kinder- und Müttergesundheit bereitzustellen, so Bähr. Dieser Beitrag reiche aber nicht, um die Situation von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern maßgeblich verbessern. Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) schätze, dass pro Jahr insgesamt zwölf Milliarden US-Dollar zusätzlich für Familienplanung sowie Mütter- und Kindergesundheit erforderlich sind. „Die Bundesregierung hat die Millenniumserklärung mit verabschiedet und muss daher zu ihrer Verantwortung stehen, die Millenniumsziele durch verstärktes Engagement zu erreichen“, forderte Renate Bähr.
Die neue Initiative des UN-Generalsekretärs zeigt auf, wo der Handlungsdruck zur Erreichung der Millenniumsziele 4 und 5 am größten ist – etwa bei der Ausstattung der Gesundheitssysteme –, um mehr politische und finanzielle Unterstützung zu erzielen. Die DSW war an der Abstimmung des Dokuments im Vorfeld des Gipfels beteiligt. Die Kindersterblichkeit (MDG 4) soll bis 2015 um zwei Drittel, die Müttersterblichkeit (MDG 5) um drei Viertel gesenkt werden. Jedes Jahr sterben 358.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt, und mehr als acht Millionen Kinder weltweit erleben ihren fünften Geburtstag nicht.




