
In den armen Ländern sind rund 80 Prozent dieser Kinder von einem Schulbesuch ausgeschlossen: Sonderschulen für hörbehinderte Kinder seien selten und die Integration in Regelschulen scheitere oft an Vorurteilen (taub gleich dumm!) und fehlenden Lehrern mit Spezialkenntnissen zur Förderung dieser Kinder, berichtet die CBM. Im Licht der aktuellen Debatte um die Millenniumsziele der Vereinten Nationen werde besonders deutlich, wie sehr Kinder mit Behinderungen noch benachteiligt und von der allgemein leicht positiven Entwicklung ausgeschlossen sind.
Schon Ernst Jakob Christoffel nahm ab 1928 in seinem Heim in Isfahan im heutigen Iran auch gehörlose Kinder auf und unterrichtete sie selber. Die „moderne“ CBM begann 1974 mit der Förderung von Gehörlosenschulen in Nigeria und Indien. 2009 unterstützte die Organisation 73 Schulen für gehörlose, hörgeschädigte und taubblinde Kinder, sowie vier Projekte zur integrativen Erziehung. Insgesamt 20.632 Kinder mit Hörbehinderungen erhielten dadurch eine Schulausbildung.
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurden 15 Ausbildungszentren für Sonderpädagogen im Bereich Gehörlosigkeit gefördert. Viele der CBM-geförderten Projekte betreiben außerdem eine aktive Lobbyarbeit unter Eltern, innerhalb von Dorfgemeinschaften und auf politischen Ebenen, um sich für das Recht auf Ausbildung von Kindern mit Behinderungen stark zu machen.
Die CBM unterstützt weltweit fast 900 Projekte in 99 Ländern mit dem Hauptziel, die Lebensqualität der ärmsten Menschen zu verbessern, die behindert sind oder Gefahr laufen, behindert zu werden. Die Unterstützung im medizinischen Bereich umfasst besonders Kliniken, Programme zur Vorsorge oder Behandlung von Blindheit und Gehörlosigkeit sowie orthopädische Spezialabteilungen. In der Rehabilitation fördert die CBM Schul- und Berufsausbildung sowie Programme zur gemeindenahen Rehabilitation behinderter Menschen.




