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EU-Mittel verwandeln Seidenstraße in Datenautobahn

euBrüssel (epo.de). – Forscher in Zentralasien einschließlich Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan, haben vom EuropeAid Cooperation Office der EU fünf Millionen Euro für die Schaffung besserer und schnellerer Internetkapazitäten erhalten. Mit dieser Investition in das zentralasiatische Forschungs- und Bildungsnetzwerk CAREN soll die frühere Seidenstraße zu einer Internet-Datenautobahn für Forschung und Bildung des 21. Jahrhunderts ausgebaut werden.

Forscher, Wissenschaftler und Studierende in der Region haben nunmehr Zugang zu hochleistungsfähigen Internetanschlüssen, so dass sich ihnen bisher ungekannte Chancen bieten, eine Rolle in der internationalen Forschungslandschaft zu spielen. In der kirgisischen Hauptstadt Bischkek wurde CAREN Ende September offiziell an den Start geschickt. Mit Kasachstan und Usbekistan, die ebenfalls an einer Teilnahme interessiert sind, wird CAREN mehr als 500.000 Nutzer und über 500 Hochschulen und Forschungszentren miteinander verbinden.

Das Netzwerk bietet Zugang zu großen Datenbanken und leistungsfähigen Datenverarbeitungskapazitäten, die für die Spitzenforschung unverzichtbar sind. Dies wird unmittelbar der Region zugute kommen. So werden laut der Europäischen Kommission zum Beispiel Wissenschaftler nahezu in Echtzeit auf seismische Daten von Überwachungsstationen zugreifen und diese untereinander austauschen können. Dies ist von besonderer Bedeutung, da es sich um eine erdbebengefährdete Region handelt.

CAREN verbessert die Risikoanalysen und die wirksame Katastrophenbewältigung, da sich die Wissenschaftler mit Kollegen an anderen Standorten verbinden können. So können zum Beispiel Forscher, die im zentralasiatischen Institut für angewandte Geowissenschaften (CAIAG) in Kirgistan arbeiten, mit ihren Kollegen am GeoforschungsZentrum Potsdam (GFZ) verbunden werden.

Von der gesteigerten Internetkapazität profitieren sollen auch Initiativen für Telemedizin in Tadschikistan, die Zusammenarbeit im Bereich der Textilforschung zwischen dem Vereinigten Königreich und Usbekistan, sowie Forschungskooperationen zur Umweltüberwachung zwischen Deutschland, Kirgistan und den Vereinigten Staaten.

„CAREN ist Teil der Strategie der Kommission zur Beseitigung eines großen Defizits in der globalen Forschungsinfrastruktur Europas durch die Bereitstellung hochleistungsfähiger und gleichzeitig kostengünstiger Verbindungen für den Datenaustausch mit Zentralasien“, erklärte Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und zuständig für die Digitale Agenda. „Das Netz verringert die digitale Kluft und trägt zur Modernisierung und Entwicklung von Forschung und Bildung in der Region bei.“

Der EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs sagte seinerseits: „Dieses Projekt wird die Arbeit von mehr als 500.000 Wissenschaftlern in Zentralasien erleichtern und verbessern. Ich bin überzeugt, dass die EU-Hilfe große Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum der beteiligten Länder haben wird.“

http://ec.europa.eu

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