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UNFPA: Frauen stärker in Friedensprozess einbeziehen

unfpaBerlin (epo.de). – In bewaffneten Konflikten wird geschlechtsspezifische Gewalt einschließlich Vergewaltigung immer häufiger als Instrument der Kriegsführung eingesetzt. Diese Form der Gewalt steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltbevölkerungsberichts „Krise, Frieden, Wiederaufbau: Gesellschaften im Wandel“ des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Anlass für den Themenschwerpunkt ist der zehnte Jahrestag der UN-Resolution 1325 zum Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt.

Mit der Resolution 1325 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2000 erstmals alle Parteien bewaffneter Konflikte aufgefordert, Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt besser zu schützen und sie stärker bei Friedensvereinbarungen mit einzubeziehen. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) stellte den Bericht am Mittwoch gemeinsam mit UNFPA und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin vor.

„Eine Zwischenbilanz nach zehn Jahren UN-Resolution 1325 zeigt die Dringlichkeit, sich mit dem Thema zu befassen“, erklärte die UNFPA-Vertreterin Bettina Maas. Der aktuelle UNFPA-Weltbevölkerungsbericht mache deutlich, wie die durch Vergewaltigungen erlittenen Traumata weit über das Kriegsende hinaus nachwirken und ganze Gesellschaften destabilisieren können.

„Damit die Betroffenen wieder ins normale Leben zurückkehren können, ist gesellschaftliche Unterstützung entscheidend: beispielsweise durch die Familie und Freunde, aber auch durch Nichtregierungsorganisationen und internationale Helfer, die etwa mit psychosozialer und juristischer Betreuung helfen“, sagte Bettina Maas. Der Bericht untersucht Länder, in denen es Konflikte oder Naturkatastrophen gab und die sich auf dem Weg der Stabilisierung befinden: Bosnien-Herzegowina, Liberia, Uganda, Osttimor, die Palästinensischen Autonomiegebiete, Jordanien und Haiti.

Der neue Bericht weist auch auf die mangelnde reproduktive Gesundheitsfürsorge in Regionen hin, die von bewaffneten Konflikten oder Naturkatastrophen betroffen sind: Hier fehle es an Verhütungsmitteln, Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe. Das Risiko, bei der Geburt zu sterben, ist daher für Frauen hier besonders hoch. Weltweit ereignen sich über 60 Prozent aller Fälle von Müttersterblichkeit in nur zehn Ländern, neun davon befinden sich entweder in einem Krieg oder im Wiederaufbau.

Bis 2015 soll jeder Mensch Zugang zu reproduktiver Gesundheitsfürsorge haben – das ist eines der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Weltweit hat sich der Fortschritt bei der Verwirklichung dieses Ziels verlangsamt. Wie aus dem Weltbevölkerungsbericht hervorgeht, gibt es einen starken Zusammenhang zwischen dem Zugang zu reproduktiver Gesundheit und soziodemographischen Faktoren: Besonders benachteiligt sind arme Frauen mit einem niedrigen Bildungsgrad in Entwicklungsländern. Sie haben beispielsweise einen deutlich schlechteren Zugang zu Verhütungsmitteln und werden häufiger im Teenageralter schwanger als sozial höher gestellte Frauen.

„Mit reproduktiver Gesundheitsfürsorge lassen sich Tausende von Todesfällen vermeiden. Hier müssen die Investitionen deutlich erhöht werden. Noch immer sterben jeden Tag 1.000 Frauen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder Geburt. Hätten alle Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln und Familienplanung, ließe sich die Müttersterblichkeit um 30 Prozent senken“, erklärte die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr.

„Wir wissen, dass Familienplanung eine der wirksamsten Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Müttern ist“, betont Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Darum wird Deutschland in den kommenden Jahren der selbstbestimmten Familienplanung höchste politische Priorität einräumen und die Finanzmittel in diesem Bereich ab 2011 auf jährlich 80 Millionen Euro verdoppeln.“

Auch zehn Jahre nach Verabschiedung der Resolution 1325 leiden Mädchen und Frauen noch immer besonders unter den Folgen von Konflikten. „Die Diskriminierung von Mädchen und Frauen muss endlich ein Ende haben“, forderte Bettina Maas. „Wenn sie als gleichberechtigt wahrgenommen werden, werden sie seltener Opfer von Vergewaltigungen und können besser zu Friedensprozessen beitragen.“

www.unfpa.org
www.weltbevoelkerung.de

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