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Konflikte durch neue Erdölfunde in Afrika?

gigaHamburg (epo.de). – Die britische Erdöl- und Gas-Fördergesellschaft Tullow Oil gab Mitte September einen weiteren bedeutenden Ölfund vor der ghanaischen Küste bekannt. Auch sollen die Explorationsprojekte im Ostafrikanischen Graben nach Kenia und Äthiopien ausgeweitet werden. Mit drohenden Konflikten aufgrund vermehrter Ölföderung befasst sich die Ausgabe 7/2010 des GIGA Focus Afrika, die das Hamburger GIGA Institut jetzt veröffentlicht hat.

In den letzten Jahren hat es im subsaharischen Afrika vermehrt Erdölfunde gegeben. Die zunehmende Knappheit und die mutmaßlich steigende globale Nachfrage werden für einen hohen Ölpreis sorgen, prognostiziert das German Institute of Global and Area Studies (GIGA). Insbesondere Staaten wie Ghana, São Tomé und Príncipe, Sierra Leone und Uganda, die bislang nicht oder kaum Erdöl förderten, rechneten mit beträchtlichen Einnahmen. Damit könnte jedoch das Konfliktrisiko steigen.



Vor allem drei Szenarien werden befürchtet: Die sozialen und ökologischen Kosten oder Auseinandersetzungen um die Erdöleinnahmen könnten zu gewaltsamen innerstaatlichen Konflikten führen, zwischen Nachbarländern könnten Rivalitäten um die Erdölressourcen aufbrechen und die Interessen extraregionaler Mächte, zum Beispiel Chinas und der USA, könnten zu internationalen Konflikten führen.



Negative gesellschaftliche Folgen der Erdölförderung entwickeln sich nicht zwangsläufig, so die Autoren Matthias Basedau, Annegret Mähler und Georg Strüver

 vom GIGA Institut. Sie hängen vielmehr von ungünstigen Kontextbedingungen ab, die in Afrika besonders häufig gegeben sind: hohe Abhängigkeit vom Erdölexport, überzogene Erwartungen an den „Erdölreichtum“, fragwürdige Verwendung der Einnahmen sowie Gefahr der Vermischung von Verteilungskonflikten im Erdölsektor mit ethnischen Konflikten.

Zur Vermeidung negativer Folgen wird eine Reihe von Maßnahmen empfohlen, wie die Einrichtung von Stabilisierungsfonds, Programme für die Förderregionen sowie Transparenz- und Antikorruptionsmaßnahmen.

 Die Umsetzung solcher Maßnahmen sei in der Vergangenheit allerdings wenig erfolgreich verlaufen, so die Analyse des GIGA, insbesondere aufgrund gegenläufiger Interessen afrikanischer und internationaler Akteure. Dies könne wohl nur durch eine stärkere Verbindlichkeit von Regelungen und durch konkrete Sanktionen überwunden werden.

Neue Erdölfunde in Afrika: Können Konflikte vermieden werden? 

Matthias Basedau, Annegret Mähler und Georg Strüver


Ausgabe 7/2010 des GIGA Focus Afrika
www.giga-hamburg.de

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